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World Series of Poker

Aus Donkpedia, dem vielseitigen Pokerlexikon

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World Series of Poker
Alleinstehende Veranstaltung
Datum jährlich
Ort Rio, Las Vegas
Variante verschiedene
Struktur
Buy In 500-50.000 $

Die World Series of Poker (WSOP) ist eine jährliche, 1970 gestartete Pokerturnierveranstaltung, bei der innerhalb von derzeit etwa anderthalb Monaten einzelne Turniere in verschiedenen Varianten ausgetragen werden. Jeder Sieger eines Event erhält ein Bracelet, die begehrteste Trophäe im Turnierpoker. Den Höhepunkt und Abschluss jeder World Series of Poker bildet das so genannte Main Event mit einem Buy In von 10.000 $, welches – gemessen am Preispool – das mit Abstand größte Turnier der Welt ist (siehe dazu Liste der größten Pokerturniere).

Im Zuge des Pokerbooms ab 2003 erfuhr die World Series of Poker zahlreiche Erweiterungen, darunter – neben einer allgemeinen Explosion der Turnier- und Spieleranzahl – beispielsweise das Tournament of Champions, die Circuit-Turniere oder eine europäische Ausgabe.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Johnny Moss, Chill Wills, Amarillo Slim, Jack Binion und Puggy Pearson vor dem Binion's Horseshoe bei der WSOP 1974.

Pokermarathon und erste World Series

Johnny Moss, Becky Binion und Puggy Pearson auf der WSOP 1974.

1949 veranstalte Benny Binion einen etwa fünfmonatigen Pokermarathon zwischen Nick Dandolos und Johnny Moss.

Durch das große Interesse, das das Heads-Up-Turnier hervorrief, kam schließlich 1970 die erste World Series of Poker zustande. Der Gewinner, Johnny Moss, gewann kein Freezeout, sondern wurde von seinen sechs Gegenspielern zum Gewinner gewählt. Seit damals wird das Hauptturnier in der Variante No Limit Texas Hold'em ausgetragen.

Entwicklung zum Megaevent

Seit 1971 wird der Gewinner durch ein Freezeout ermittelt. Außerdem wurden in der zweiten World Series erstmals Nebenturniere, auch in anderen Varianten als Texas Hold'em und mit niedrigeren Einkaufspreisen, gespielt.

Bis 2003 stiegen die Teilnahmerzahlen des Hauptturniers – bis auf eine Ausnahme – in jedem Jahr und auf 839 Spieler. Durch den durch mehrere Faktoren ausgelösten Pokerboom verzehnfachten sich die Teilnehmerzahlen in nur drei Jahren auf 8.773 Spieler, wodurch es das größte ausgetragene Pokerturnier aller Zeiten wurde. 2007 sanken die Zahlen auf Grund des Verbots von Onlinepoker in den Vereinigten Staaten auf 6.358 Spieler und sind seitdem in etwa konstant.

2004 wurde erstmals das Tournament of Champions, ein Event mit einem großen Preispool und nur wenigen, exklusiven Spielern ausgetragen. Ein Jahr später fanden außerdem das erste ein Circuit-Turniere statt, die außerhalb des straffen Zeitplans in ausgewählten Casinos stattfinden.

Der langjährige Turnierdirektor und offiziell Kommisar Jeffrey Pollack ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten im Pokerzirkus und an der Prosperität der Turnierserie maßgeblich beteiligt. Ende 2009 gab er bekannt zurückzutreten.

Austragungsort

Die Turnierserie wurde seit ihren Beginnen im Binion's Horseshoe ausgetragen. 2004 kaufte Harrah's Entertainment die Spielbank und somit auch die Recht an der Veranstaltung. In der Folge zog die Veranstaltung 2005 in eine andere Spielbank, die Harrah's Entertainment gehört, dem Rio All-Suite Hotel and Casino. Obwohl das Casino über einen großen Pokerraum verfügt, musste 2007 auf ein Zelt im Außenbereich ausgewichen werden.

Erfolgreiche Athleten

Hauptartikel: Liste der mehrfachen Braceletgewinner
Ein Bracelet bei der WSOP 2007.

Der US-Amerikaner Phil Hellmuth hat insgesamt elf Bracelets, alle in der Variante Texas Hold'em, darunter bedindet sich auch ein Main Event-Triumph 1989 im Alter von 24 Jahren, womit er fast zwanzig Jahre lang der jüngste Main Event-Gewinner war. Doyle Brunson und Johnny Chan kommen auf je zehn Bracelets.

Letztere zwei Spieler sind die einzigen Spieler, die das Hauptturnier genau zweimal gewinnen konnten. Johnny Moss und Stu Ungar kommen aber gar auf drei Main Event-Erfolge.

Der erfolgreichste deutsche Athlet ist Eddy Scharf, der bis heute zwei Turniersiege einfahren konnte. Andere deutsche Turniergewinner sind Matthias Rohnacher, Katja Thater, Michael Keiner, Jens Voertmann, Sebastian Ruthenberg, Martin Kläser sowie Carsten Joh und Jörg Peisert. Zudem gewann 2007 Thomas Bihl in London das erste europäische Bracelet. Der einzige österreichische Gewinner heißt Ivo Donev, die Schweiz und Liechtenstein konnten noch keinen Sieg verbuchen.

Die besten fünf Spieler nach Turniersiegen
Bracelets Spieler
11 Phil Hellmuth
10 Doyle Brunson
10 Johnny Chan
8 Johnny Moss
8 Erik Seidel

Main-Event-Gewinner

Hauptartikel: Main Event
Tisch beim Main Event 2006.
Jahr Sieger Preis ($) Teilnehmer Zweiter
1970 Johnny Moss keine 7 keine Angabe
1971 Johnny Moss 30.000 6 Walter Pearson
1972 Thomas Preston 80.000 8 Walter Pearson
1973 Walter Pearson 130.000 13 Johnny Moss
1974 Johnny Moss 160.000 16 Crandall Addington
1975 Brian „Sailor“ Roberts 210.000 21 Bob Hooks
1976 Doyle Brunson 220.000 22 Jesse Alto
1977 Doyle Brunson 340.000 34 Gary Berland
1978 Bobby Baldwin 210.000 42 Crandall Addington
1979 Hal Fowler 270.000 54 Bobby Hoff
1980 Stu Ungar 385.000 73 Doyle Brunson
1981 Stu Ungar 375.000 75 Perry Green
1982 Jack Straus 520.000 104 Dewey Tomko
1983 Tom McEvoy 540.000 108 Rod Peate
1984 Jack Keller 660.000 132 Byron Wolford
1985 Bill Smith 700.000 140 T. J. Cloutier
1986 Berry Johnston 570.000 141 Mike Harthcock
1987 Johnny Chan 625.000 152 Frank Henderson
1988 Johnny Chan 700.000 167 Erik Seidel
1989 Phil Hellmuth 755.000 178 Johnny Chan
1990 Mansour Matloubi 895.000 194 Hans Lund
1991 Brad Daugherty 1.000.000 215 Don Holt
1992 Hamid Dastmalchi 1.000.000 201 Tom Jacobs
1993 Jim Bechtel 1.000.000 220 Glenn Cozen
1994 Russ Hamilton 1.000.000 268 Hugh Vincent
1995 Dan Harrington 1.000.000 273 Howard Goldfarb
1996 Huck Seed 1.000.000 295 Bruce Van Horn
1997 Stu Ungar 1.000.000 312 John Strzemp
1998 Scotty Nguyen 1.000.000 350 Kevin McBride
1999 Noel Furlong 1.000.000 393 Alan Goehring
2000 Chris Ferguson 1.500.000 512 T. J. Cloutier
2001 Carlos Mortensen 1.500.000 613 Dewey Tomko
2002 Robert Varkonyi 2.000.000 631 Julian Gardner
2003 Chris Moneymaker 2.500.000 839 Sam Farha
2004 Greg Raymer 5.000.000 2.576 David Williams
2005 Joe Hachem 7.500.000 5.619 Steve Dannenmann
2006 Jamie Gold 12.000.000 8.773 Paul Wasicka
2007 Jerry Yang 8.250.000 6.358 Tuan Lam
2008 Peter Eastgate 9.119.517 6.844 Ivan Demidov
2009 Joe Cada 8.546.435 6.494 Darvin Moon

Hall of Fame

Hauptartikel: Hall of Fame

1979 wurde außerdem die Hall of Fame für Poker eingeführt. Seither wurden mehr als 30 Spieler geehrt.

Spieler des Jahres

Hauptartikel: Player of the Year

Seit 2004 wird von der Turnierleitung zusätzlich ein „Player of the Year Award“ an denjenigen Spieler vergeben, der über alle Turniere der jährlichen Veranstaltung hinweg die meisten Punkte gesammelt hat.

Jahr Spieler des Jahres Bracelets Finaltische Money Finishes Preisgeld in $
2004 Negreanu, DanielDaniel Negreanu 1 5 6 346280346.280
2005 Cunningham, AllenAllen Cunningham 1 4 5 10071151.007.115
2006 Madsen, JeffJeff Madsen 2 4 4 14678521.467.852
2007 Schneider, TomTom Schneider 2 3 3 416829416.829
2008 Lindgren, ErickErick Lindgren 1 3 5 13485281.348.528
2009 Lisandro, JeffJeff Lisandro 3 3 6 807521807.521

Wissenswertes

Doyle Brunson.
  • Doyle Brunson gewann 1976 und 1977 das Main Event nicht nur zweimal in Folge, sondern zweimal mit der selben Hand: Zehn-Zwei. Seither leiht er dieser Starthand seinen Namen.
  • Jesse Alto konnte siebenmal den Finaltisch des Main Events erreichen.
  • Jack Straus gewann 1982 das Hauptturnier, obwohl er zwischenzeitlich nur noch einen einzelnen Chip übrig hatte. So entstand das Motto „A chip and a chair“.
  • Johnny Chan gewann 1987 und 1988. 1989 scheiterte er im heads up nur an Phil Hellmuth.
  • Der derzeit jüngste reguläre Braceletgewinner ist Steve Billirakis, der 2007 im Alter von 21 Jahre und 7 Tagen das Alterslimit erst eine Woche zuvor erreicht hatte. Annette Obrestad war zwar bei ihrem Triumph bei der World Series of Poker Europe 2007 in London noch jünger, jedoch liegt im Vereinigten Königreich das Mindestalter auch nur bei 18 Jahren.

Siehe auch

Weblinks

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