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5. Turnier der World Series of Poker Europe 2012

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10.450 € No Limit Hold'em Mixed-Max
Teil der World Series of Poker Europe 2012
WSOP-Logo.png
Datum 26. – 29. September, 1. Oktober 2012
Ort Cannes
Variante No Limit Hold'em Mixed-Max
Struktur
Buy In 10.450 €
Teilnehmer 96
Geldplatzierungen 16 (16,67 %)
Gewinner Flag of the United States.png Flag of Portugal.png Jonathan Aguiar
Sieger-Preisgeld 258.047 €

Das 5. Turnier der World Series of Poker Europe 2012 fand vom 26. bis zum 29. September statt, die entscheidende Heads Up-Partie wurde erst am 1. Oktober fertig gespielt. Es hatte ein Buy In von 10.450 € und wurde in der Variante No Limit Hold'em Mixed-Max ausgetragen. Das auf vier Turniertage angelegte Event wurde am ersten Spieltag an Tischen mit neun Spielern, am zweiten Tag als Six Handed (höchstens sechs Spieler pro Tisch) gespielt, ehe die 16 dann verbliebenen Spieler an den restlichen Spieltagen in jeweils zwei Heads-Up-Runden den Sieger kürten.

Das Turnier wurde von Jonathan Aguiar gewonnen, Brandon Cantu wurde Zweiter und kritisierte in der Folge die Veranstalter des Turniers für den verzögerten Zeitplan.

Verlauf

Tag 1

Insgesamt meldeten sich 96 Spieler für das Turnier an, 29 weniger als im Vorjahr. Der erste Turniertag wurde an Full Ring-Tischen mit neun Spielern gespielt.

Da die Strukur sehr tief ausgelegt war, erreichten über die Hälfte, genauer 52 Spieler, den zweiten der vier geplanten Spieltage. Als Chipleader schloss überraschend die ehemalige Schauspielerin Jennifer Tilly den Tag ab, die nach eigener Aussage lediglich einen guten Lauf hatte. Sie hatte 218.500 Chips zu Buche stehen, fast 100.000 mehr als die Nächstbesten Spieler Faraz Jaka, Brian Park und Marvin Rettenmaier. Ebenfalls gut situiert war Michael Mizrachi mit fast 90.000 Chips. Daneben erreichten dutzende weitere bekannte und erfolgreiche Spieler den zweiten Spieltag. Erstmals griff auch POY-Kandidat Phil Ivey bei diesem Turnier ins Geschehen ein, nachdem er den Bewerben davor noch fern geblieben war. Er kam praktisch unverändert mit seinem Startstack in den zweiten Tag.

Tag 2

Die 52 Spieler wurden auf Tische zu jeweils höchstens sechs Spielern aufgeteilt, somit war am zweiten Tag ein Six Handed-Turnier angesetzt. Innerhalb der ersten Stunde schieden bereits zehn Spieler aus, darunter Esfandiari und Ivey. Mit Mizrachi und Andrew Frankenberger schieden zwei weitere Spieler, die in der Spieler des Jahres-Wertung unter den besten Zehn lagen vor dem Preisgeld aus. Das Ziel, auf 16 Spieler herunterzuspielen und am dritten Tag den Heads Up-Modus auszuspielen schien schnell erreicht zu werden, da die Spieler mit einem großen Tempo ausschieden. Es sollte jedoch, mit Pausen eingerechnet, fast vier Stunden dauern um von 17 auf 16 Spielern zu kommen, die Bubble platzte schließlich um gut 23:00 Uhr, nach neun Stunden Gesamtspielzeit und der entscheidende Spieler eliminiert wurde. Mori Eskandani, der besonders als Produzent von Pokersendungen bekannt ist, musste die undankbare Rolle einnehmen und nach zwei vollen Turniertagen doch noch mit leeren Händen den Pokerraum verlassen.

Nachdem Tilly die Sensation des ersten Tages war, zerstörte der zweifache Braceletgewinner Brandon Cantu die Konkurrenz. Sein grandioser Lauf begann, nachdem er zwei Spieler, darunter Andrew Frankenberger, in einer Hand eliminierte. Cantu hielt A♦ A♣, Frankenberger Q♠ Q♥ und der dritte Spieler zu allem Überfluss K♠ K♥ – die Chips gingen standesgemäß vor dem Flop in die Mitte und Cantus Hand blieb auch nach den Gemeinschaftskarten die Stärkste. Nach dieser Hand war Cantu bei 340.000 Chips angelangt, eine Marke, die bis zum Ende des Tages sieben Stunden später kein anderer Spieler mehr erreichen sollte. Cantu konnte seinen Stack danach permanent ausbauen und beendete den Tag mit 738.100 Chips. Faraz Jaka war nach Spieltagschluss Dritter, Roger Hairabedian, Jonathan Aguiar, Marvin Rettenmaier und Konstantin Puchkov lagen ebenfalls über dem Durchschnitt, Jennifer Tilly und Phil Hellmuth etwas darunter. Jason Mercier und Bertrand Grospellier schlossen mit jeweils unter acht Big Blind ab. Erwähnenswert dabei ist, dass Hellmuth und Hairabedian im fünften Turnier der WSOPE ihren jeweils dritten Cash schafften.

Tag 3 bis 5

Die Spieler selbst entschieden, die ersten beiden k.O.-Duelle auf den nächsten Tag zu verschieben. Jedem der 16 verbliebenen Teilnehmer wurde ein anderer Spieler zufällig zugelost, in Folge kommt es zu einem Duell, bei dem der siegreiche Spieler in die nächste Runde kommt und wiederum auf einen ausgelosten Spieler trifft – somit wird nach vier k.O.-Runden der Sieger des Turniers feststehen. Die Achtelfinalpartien wurden noch am Ende des zweiten Spieltags ausgelost. Das bitterste Los traf Hellmuth, der gegen den dominanten Chipleader Brandon Cantu bestehen musste und ein Stackverhätnis von fast 1:6 kompensieren muss. Puchkov war gegen Grospellier ein 10:1-Favorit, (gemessen an Chips) Aguiar gegen Mercier sogar ein 25:2-Favorit. Tillys und Rettenmaiers Stacks hielten sich vor ihrem Duell in etwa die Waage.

  Achtelfinale Viertelfinale Halbfinale Finale
                                     
                                     
1  Flag of France.png Tedeschi 278.600  
 Flag of France.png Hairabedian 225.600  
  1  Flag of France.png Hairabedian 504.200  
 
   Flag of Lithuania.png Andrulis 192.700  
2  Flag of Lithuania.png Andrulis 142.000
 Flag of Canada.png Watson 50.700  
  1  Flag of France.png Hairabedian 702.500  
   Flag of the United States.png Cantu 1.067.500  
3  Flag of Sweden.png Jacobsen 164.900  
 Flag of the United States.png Keuther 37.100  
  2  Flag of Sweden.png Jacobsen 202.000
 
   Flag of the United States.png Cantu 865.500  
4  Flag of the United States.png Cantu 738.100
 Flag of the United States.png Hellmuth 127.400  
  1  Flag of the United States.png Cantu 1.770.000
   Flag of the United States.png Aguiar 1.110.500
5  Flag of the United States.png Jaka 258.100  
 Flag of Russia.png Troyanovskiy 66.300  
  3  Flag of the United States.png Jaka 324.400
 
   Flag of Russia.png Puchkov 201.700  
6  Flag of Russia.png Puchkov 183.700
 Flag of France.png Grospellier 18.000  
  2  Flag of the United States.png Jaka 526.000
   Flag of the United States.png Aguiar 584.500  
7  Flag of the United States.png Tilly 163.300  
 Flag of Germany.png Rettenmaier 191.100  
  4  Flag of Germany.png Rettenmaier 403.300
 
   Flag of the United States.png Aguiar 229.000  
8  Flag of the United States.png Mercier 16.800
 Flag of the United States.png Aguiar 212.200  


  • Achtelfinale:
Nicht viel auszurichten hatten Mike Watson, Joe Keuther, Jason Mercier und Bertrand Grospellier, die allesamt bereits nach einer Stunde ihre Duelle verloren hatten, womit Kristijonas Andrulis, Martin Jacobsen, Jonathan Aguiar und Konstantin Puchkov bereits früh als Viertelfinalteilnahmer feststanden.
Bereits mit einem Bein aus dem Bewerb ausgeschieden war Phil Hellmuth, der mit A♥ 2♠ gegen Cantus A♣ J♣ bei dem Preflop-All In auf verlorenem Posten stand. Die ersten Gemeinschaftskarten brachten allerdings 2♦ J♠ 2♣, womit Hellmuth mit einem Drilling vorne lag und die Hand daraufhin gewann und verdoppeln konnte. Hellmuth spielte jedoch in der Folge trotz eines Stacks von über 100 Big Blinds sehr ungeduldig und wurde nur 35 Minuten später endgültig eliminiert, womit Cantu erwartungsgemäß ins Viertelfinale aufstieg.
Ebenfalls wenig Probleme hatte der deutsche Rettenmaier mit Jennifer Tilly, die Schauspielerin schied noch vor der Pause aus.
Als Neunter wurde Vladimir Troyanovskiy eliminiert, womit Faraz Jaka als dritter Amerikaner ins Viertelfinale avancierte. Schlussendlich erwischte es im französischen Duell noch Paul Tedeschi, der gegen Roger Hairabedian nach einem langen Kampf doch nocht den Kürzeren ziehen musste.
  • Viertelfinale:
Als Erster der zweiten k.O.-Phase und Gesamtachter verabschiedete sich der Litauer Kristijonas Andrulis aus dem Event. Er fiel dem gottesgleichen Lauf von Roger Hairabedian zum Opfer. Etwa anderthalb Stunden später ging es dann Schlag auf Schlag. Innert einer Viertelstunde waren auch die restlichen drei Patien gelaufen. Es schieden Martin Jacobsen, Marvin Rettenmaier und Konstantin Puchkov aus.
  • Halbfinale:
Nach zwei Stunden schied Faraz Jaka im Duell gegen Jonathan Aguiar aus. Seine Pocket-Neuner hatten den Königen seines Gegners bei dem Preflop-All In nichts entgegen zu setzen, nachdem Jaka schon zuvor viele Chips verloren hatte.
Das Spiel zwischen Brancon Cantu und Roger Hairabedian, der einige Tage zuvor ein Bracelet gewonnen hatte, zog sich über acht Stunden hin. Erst dann hatte der junge Amerikaner den stark übergewichtigen Ex-Judoka niedergerungen und ging so mit einem klaren Chipvorteil gegenüber Aguiar in das Finale.
  • Finale:
Als nach über sechs Stunden Spielzeit im Finale, um 5:00 Uhr früh Ortszeit, das Casino schließen musste, waren die Stacks beinahe unverändert gegenüber dem Anfang, Aguiar kam Cantu nur geringfügig näher. Zwischenzeitlich war Aguiar schon auf deutlich über 2.000.000 Chips davongezogen, überhaupt war das Finalduell durch starke Schwankungen gekennzeichnet gewesen. Auf Grund der langen Spielzeit wurde das Spiel erst zwei Tage später, nachdem beide Spieler aus dem Main Event ausgeschieden waren, fortgesetzt. Aguiar erwischte einen Traumstart und hatte bald einen 3:1 Chiplead herausgespielt, nachdem er zu Beginn der fortgesetzten Partie noch etwas zurücklag. Als Cantu in der Folge mit 2♦ 2♣ vor dem Flop All In ging, bezahlte Aguiar mit A♣ und K♣. Da ein Ass im Flop kam und auch die weiteren Karten Cantu keine Hilfe brachten, gewinn Aguiar sein erstes Bracelet nach einem insgesamt etwa sieben Stunden langen Kampf mit dem zweifachen Armbandträger Brandon Cantu.

Kontroverse

Zum Video
Brandon Cantu im Interview nach dem Turnier.

Brandon Cantu kritisierte nach seinem zweiten Rang die Veranstalter heftigst. Er bemängelte die mehrtägige Pause zwischen der letzten Heads Up-Partie, die Aguiar einen großen Vorteil verschafft habe, da er als Onlinespieler Kapital daraus schlagen konnte, das Spiel Cantus ausführlich analysieren zu können. Darüber hinaus bemängelte er weitere unprofessionelle Vorfälle von Seiten der Veranstalter und deren Angestellter. Er sagte, das Bracelet sei ihm gestohlen worden.

Weblinks