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EPT Sanremo 2010

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EPT Sanremo 2010
Teil der European Poker Tour 6
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Datum 15. - 21. April 2010
Ort Sanremo
Variante No Limit Hold'em
Struktur
Buy In 5.300 €
Teilnehmer 1.240
Geldplatzierungen 184 (14,84 %)
 Genaue Ergebnisse 
Gewinner Liv Boeree
Sieger-Preisgeld 1.250.000
Geschichte
← Vorgänger: EPT Sanremo 2009

Die EPT Sanremo 2010 fand vom 15. bis zum 21. April statt. Das Buy In für das EPT-Hauptturnier lag bei 5.300 €. Es wurde von der Engländerin Liv Boeree gewonnen, die dafür offiziell 1.250.000 € erhielt. Außerdem fanden noch zahlreiche weitere Nebenturniere mit Startgeldern zwischen 300 und 2.000 € statt.

Das 2009 noch 1.178 Spieler zählende EPT-Event gewann Constant Rijkenberg für 1.500.000 Euro. Im Nachhinein gab es jedoch einen großen Skandal, der seinen Sieg überschattete. Rijkenberg hatte mehr als 100 % an Anteilen („shares“) an Kunden verkauft. Somit musste er das Turnier mit einem Netto-Verlust abschließen.

Nebenturniere

Insgesamt standen zehn Turniere während der Sanremoer Turnierwoche neben dem EPT-Hauptturnier auf dem Plan. Es gab dieses mal kein Highroller-Event; das größte Nebenturnier sicherte sich der Portugiese Joao Barbosa. Aufgrund der massiven Teilnehmerzahl des Hauptturnieres wurde das ein oder andere Event abgesagt.

Buy In & Variante Teilnehmer Gewinner Preisgeld
1.000 € No Limit Hold'em 290 Juha Helppi 84.000 €
1.000 € No Limit Hold'em/Pot Limit Omaha 232 Alexander Kravchenko 70.000 €
2.000 € No Limit Hold'em 491 Joao Barbosa 275.000 €
300 € No Limit Hold'em (Turbo) 129 Jeff Sarwer 12.200 €

Ein „Full House“ im Casino zu Sanremo

Rund 300 Spieler ergatterten sich ihr Ticket via PokerStars. Darunter sollte eine Armada von deutschen Spieler wie Marko Neumann, Moritz Kranich, Thang Duc Nguyen, Philipp Gruissem, Igor Kurganov, Mario Puccini, Maximilian Heinzelmann, Holger Kanisch, Michael Keiner, Benny Spindler, Benjamin Kang, Sebastian Ruthenberg und Johannes Strassmann ins Rennen um den EPT-Titel gehen.

Zudem kamen an die italienische Riviera namenhafte Onliner wie Kristoffer Thorsson, Derek Lerner, Chris Moorman, Russell Carson, Laurence Houghton, Stephen Chidwick, Kevin MacPhee und Live-Pros allà Erick Lindgren, Marcel Luske, Bertrand Grospellier, Humberto Brenes, Ivan Demidov, Joe Cada, Alex Kravchenko, Julian Thew, Peter Eastgate, Mike Sowers, Arnaud Mattern, Chad Brown und Vanessa Rousso.

Bei diesem Line-Up und dem nur wenige Tage später folgenden Grand Final in Monte Carlo, sollte es nicht nur wegen der Aschewolke ein wenig düster für das WPT-Finale in Las Vegas aussehen.

Die Spieler starteten mit 30.000 Turnierjetons bei Blinds von 50/100 und einer Leveldauer von einer Stunde am Starttag. Ab dem zweiten Spieltag verlängern sich die Blinderhöhungen um eine viertel Stunde. Aufgrund des zu erwartendem Spieleransturmes besitzt die Sanremoer EPT traditionell einen zusätzlichen Spieltag, womit auch in diesem Jahr zwei Starttage plus fünf weitere Spieltage auszutragen waren (Anstelle der üblichen vier weiteren EPT-Spieltage)

Die letzten 184 der 1.240 gestarteten Spieler, die im Turnier noch Chips vor sich hatten, konnten mit einer Preisgeldauszahlung rechnen. Der 184. erhielt 7.500 Euro für sein Abschneiden. Dem Ersteliminierten des Vorschlusstag mit den finalen 24 waren 30.000 Euro gesichert, hinauf bis zu den beiden Spielern auf Rängen Neun und Zehn, für die 63.500 Euro eingeplant waren. Alleine dem Finaltisch sollte eine Ausschüttung von insgesamt rund 3,5 Millionen Euro zukommen.

Verlauf des EPT-Hauptturniers

Bertrand Grospellier rettete sich nach einem furiosen Auftakt noch in die Preisgeldränge.
Sebastian Ruthenberg kam nach einer langen Durststrecke wieder bei einem Major Event ins Geld.

Tag 1a

Am ersten Spieltag – Tag 1a – nahmen 585 Spieler teil. Lokalmatador Dario Minieri und der deutsche Maximilian Heinzelmann brachten recht früh ihre gesamten Chips in die Mitte. Für den Italiener und sein KK sah es düster aus, als Heinzelmann AA umdrehte. Als auf dem Flop jedoch ein weiterer König erschien, änderten sich die Wahrscheinlichkeiten jedoch. Als weder auf dem Turn noch dem River Hilfe kam, war der Arbeitstag für den jungen Baden-Württemberger früh beendet.

Im eher schwach besetzten Eröffnungstag sollte sich bis zum Ende nicht mehr allzu viel tun. Für Pros wie John Cernuto, Chad Brown, David Steicke, Dragan Galic, Erick Lindgren, Kristoffer Thorsson, Alex Kravchenko, Marc Naalden oder Frühpensionist Mike McDonald war allerdings bereits Endstation. An der Spitze fanden sich dagegen kaum bekannte Spieler wieder. Lediglich Isabelle Mercier, Luca Pagano und Harrison Gimbel verschafften sich eine gute Ausgangslage. Humberto Brenes und Dario Minieri lagen dagegen etwa im Durchschnitt.

Tag 1b

Für den zweiten Spieltag meldeten sich 655 Spieler an. Damit stieg die Gesamtteilnehmerzahl auf 1.240, das Cap von 1.100 Spielern wurde deutlich überschritten. Durch den Streik der Eisenbahn in Frankreich und die Behinderungen im Flugverkehr durch die Aschewolke des isländischen Vulkans, saßen einige PokerStars-Pros fest. Der Onlinepokeranbieter mietete kurzerhand einen Bus und brachte so unter anderem Barry Greenstein, Peter Eastgate und Jason Mercier nach Norditalien. Für den Robin Hood des Pokers und den dänischen Main-Event-Gewinner brachte diese Fahrt kein Glück, sie schieden beide aus. Ähnlich schlecht erging es schon fast traditionell Boris Becker, der zu einem der ersten Opfer des ersten Tages gehört. Mike Sowers, Chino Rheem, Vanessa Rousso, Roberto Romanello, Dario Alioto, Noah Boeken und der amtierende Weltmeister Joe Cada waren ebenfalls nicht vom Glück verfolgt und mussten ihre Koffer packen.

Als Shortstack überlebten den Tag Ben Kang, Johnny Lodden, Men Nguyen, Kelly Kim und Praz Bansi.

Ganz oben am Chipstableau befand sich unterdies Bertrand Grospellier, der den Tag mit 232.500 Chips abschließen und damit seinen Stack verachtfachen konnte. Kevin MacPhee, Lex Veldhuis, Sebastian Ruthenberg, Ivan Demidov und Benny Spindler sind ebenfalls gut im Rennen.

Tag 2

620 Spieler – exakt die Hälfte des Startfelds – traten an, um am zweiten Spieltag möglichst viele Chips zu sammeln. Die beiden PokerStars-Spieler Pieter de Korver und Lex Veldhuis schieden schon früh aus. Ihnen taten es Dario Minieri, Andre Akkari, Luca Pagano, Michael Keiner und Sandra Naujoks gleich.

Ganz oben im Chipcount befand sich nach dem zweiten Tag Dmitry Stelmak, der bei etwa 670.000 Chips steht. Steve Gross und Bertrand Grospellier liegen auf Lauerstellung. Sebastian Ruthenberg, Thang Duc Nguyen und Joe Serock lagen ebenso über dem Durchschnitt wie Dan Shak, Nick Schulman, Dag Martin Mikkelsen, Jason Mercier und Liv Boeree.

Insgesamt überlebten den Tag 204 Spieler, womit noch 20 Spieler ausscheiden mussten, bevor die Blase geplatzt war.

Tag 3

Es dauerte zwar einige Zeit, bis der Bubble Boy gefunden war, am Ende war es aber Cole Robinson, der die unglückliche Position einnehmen musste. Zu den ersten prominenten Fällen, die eine Auszahlung erhalten sollten, gehörte überraschend der Franzose Bertrand Grospellier, der das ganze Turnier über in den vorderen Regionen aufzufinden war. Ihm taten es wenig später Quinn Do, Sebastian Ruthenberg, Dan Shak, Daniel Ryan und Jason Mercier gleich.

Von den 204 Spielen, die den Tag begannen, überlebten nur 66. Der erste prominente Name tauchte im Chiptableau erst im Mittelfeld auf. Der Gewinner des NAPT-Events Caribbean Poker Adventure 2010 und führender der Geldrangliste des Jahres, Harrison Gimbel, lag mit knapp 500.000 Chips etwas unter dem Durchschnitt. Ein wenig besser waren überraschend Liv Boeree, Nick Schulman und Dag Martin Mikkelsen platziert. Thang Duc Nguyen hielt mit mehr als 850.000 Chips derweil die deutschsprachigen Fahnen hoch. Ganz oben befand sich fast den ganzen Tag lang Jakob Carlsson, der etwa 1.800.000 Chips hatte. Hinter ihm versuchte Allan Bække der erste multiple EPT-Sieger zu werden.

Tag 4

Nick Schulman musste seine Ambitionen am 42. Platz begraben.

Von den 66 gestarteten Spielern sollten noch 24 am Tagesende verbleiben.

Diese finalen drei Tische verpassten unter anderem Heinz Kamutzki, den es auf dem 54. Rang erwischte, gefolgt vom Hometown-Hero Alfio Battisti, der als 52. ausschied. Auf den Rängen 43 und 42 kamen Dag Martin Mikkelsen und Nick Schulman ins Ziel. Nachdem der amtierenden PCA-Champion Harrison Gimbel sich verabschiedete, erwischte es Pokerccini auf dem 32. Platz.

Nachdem Allan Baekke kurz vor 18.00 Uhr Ortszeit den Holländer Gijs Verheijen auf dem 25. Rang zurück ins Land der Tulpen schickte, war der Tag für die finalen 24 beendet und das Spiel wurde auf Dienstag vertagt.

Mit diesem Pot sicherte sich der Sieger des EPT Snowfestes auch den Chiplead, in den Vorschlusstag gehend. Ihm auf den Fersen waren die drei Neo-Deutschen Mohsen Tayfeh, Thang Duc Nguyen und Kadir Karabulut. Dazu gesellten sich die Schweizer Eidgenossen Ronny Kaiser sowie der Live-Pro Claudio Rinaldi. Mit dem schwedischen Online-Hero Jakob Carlsson, als auch einer reizende Britin namens Liv Boeree mit ihrem Landsmann und twoplustwo-Moderator Michael Piper im Gepäck, schafften es doch ein paar bekannte Spieler in den Vorschlusstag.

Tag 5

Liv Boeree gewann das Turnier sensationell.

Nachdem gleich zu Beginn der Holländer Paul Valkenburg sich auf dem 24. Rang verabschiedete, dauerte es unglücklicherweise erneut nur kurze Zeit bis es den Schweizer Ronny Kaiser erwischte. Hier stand er erneut, wie bei den kürzlichen Aussie Millions und der Poker-EM, vor einem großen Coup. Der 20. Rang war für Kaiser immerhin 30.000 Euro wert. Daraufhin wurden die beiden deutschen Spieler Thang Duc Nguyen, Kadir Karabulut auf den umgehend nächsten Rängen für die gleiche Auszahlung.

Eine Preisstufe höher kletterte der Hildesheimer Mohsen Tayfeh und kassierte für den 16. Platz 35.000 Euro.

Allan Bække konnte Pokergeschichte schreiben. Nachdem er das EPT Snowfest rockte, kam er als Chipleader in den fünften Tag. Hier spielte er sich bis auf den 12. Rang hinauf, bis er einen großen Coinflip mit 55 gegen AK von Claudio Rinaldi verlor. Kurze Zeit spöter verlor er seine letzten Chips mit Q8 gegen das Paar-Zweier, welches zum Set wurde des Russen Alexey Rybin.

Als noch neun Spieler im Turnier verblieben waren, ereignete sich eine epische Hand zwischen dem Bække-Bezwinger und Jakob Mendieta Carlsson:

Alexey Rybin erhöhte Preflop, worauf Jakob Carlsson, im Big Blind sitzend reraiste. Rybin bezahlte den 3-Bet und der Flop K♣ 10♣Q♥ erschien. Nach Folgebet-Raise-All in-Call waren alle Chips in der Mitte und der Pot 120BBs groß.

Folglich drehten beide Spieler starke Hände um. Dabei waren es wirklich Monster von den man nicht weggkommt. Carlsson drehte ein Paar-Damen für den Drilling um, und Rybin J♣ 9♣ für die gefloppte Straight mit Flushdraw. Nach einer blanken Turnkarte, machte es „Booom“ und der König in Karo zeigte sich, womit Jakob Carlsson einen enormen Chiplead inne hatte.

Da der EPT-Finaltisch nur acht Spielern Platz bietet, musste noch jemand ausscheiden. Dies ereilte den Tessiner Claudio Rinaldi, der mit AQ seine Chips riskierte und im Showdown gegen 44 des nun Übermächtigen Jakob Carlsson verlor.

Tag 6 – Der Finaltisch

Platz Spieler Preisgeld in €
1. Flag of England.png Liv Boeree 1.250.000
2. Flag of Sweden.png Jakob Carlsson 750.000
3. Flag of Finland.png Toni Pettersson 420.000
4. Flag of England.png Michael Piper 345.000
5. Flag of Russia.png Alexey Rybin 270.000
6. Flag of Italy.png Giuseppe Diep 210.000
7. Flag of Italy.png Claudio Piceci 150.000
8. Flag of Bulgaria.png Atanas Gueorguiev 90.000

An den EPT-Finaltisch zu Sanremo des Jahres 2010 schafften es, der Chipreihenfolge nach sortiert Jakob Carlsson (Schweden), Toni Pettersson (Finnland), Michael Piper (England), Claudio Piceci (Italien), Liv Boeree (England), Atanas Gueorguiev (Bulgarien), Alexey Rybin (Russland) sowie ein weiterer Lokalmatador auf dem letzten Rang namens Giuseppe Diep.

Auffallend war, dass es kein US-Amerikaner geschafft hatte und auch kein deutschsprachiger Spieler vertreten war.

Weblinks