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Five Card Stud

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Die Spieler erhalten eine verdeckte und vier offene Karten.

Five Card Stud, manchmal auch nur Stud Poker, ist eine der ältesten, heute noch gespielten Pokervarianten und das älteste Stud. Obwohl die Variante bei Turnieren fast ausgestorben ist, wird Five Card Stud heute noch in vielen Onlinepokerräumen angeboten. In den letzten Jahrzehnten wurde das heute geläufigere Seven Card Stud immer beliebter und verdrängte ihre verwandte Variante mit nur fünf Karten.

Geschichte

Five Card Stud ist die urtümliche Studvariante, aus ihr entwickelte sich später Seven Card Stud.

Erfunden wurde das Spiel während des US-amerikanischen Sezessionskriegs zwischen 1861 und 1865. Vor dem Krieg war hauptsächlich Five Card Draw verbreitet, das in beiden verfeindeten Lagern, den Nord- und Südstaaten, gespielt wurde. Um für etwas mehr Abwechslung zu sorgen, wurden immer wieder neue Variationen kreiert — eine, die besonders weite Verbreitung fand, war eben Five Card Stud. Das Kriegsende 1865 tat sein übriges und sorgte dafür, dass das Spiel weite Verbreitung fand.

Obwohl Anfang des 20. Jahrhunderts Texas Hold'em und viele andere Varianten erfunden wurde, wurde Five Card Stud immer noch häufig gespielt.

Im Spielfilm The Cincinnati Kid von 1965 mit Steve McQueen als junger Studspieler in der Hauptrolle, wird eine packende Five Card Stud-Partie inszeniert, die in einem spannenden Ende gipfelt. Auch die Crew aus Star Trek: The Next Generation (1987–1994) spielte gelegentlich Five Card Stud.

Heutige Situation

Turniere und Cash Games

Five Card Stud wird heute nur noch in sehr wenigen Casinos angeboten und wohl hauptsächlich von Nostalgikern praktiziert. Diese Spiele werden nur noch in sehr kleinen Limits ausgetragen, aus High Stakes-Spielen ist Stud Poker gänzlich verschwunden.

In den ersten Jahren der World Series of Poker, genau genommen von 1971–1974, war Five Card Stud ein fester Bestandteil der Turnierserie, bevor es durch Seven Card Stud abgelöst wurde.

Vielen jungen Spielern ist die Variante hauptsächlich noch ein Begriff, da sie von allen Onlinecasinos des iPoker-Netzwerks angeboten wird, sowohl in der Cash Game als auch in der Turniervariante. Zu den besagten Onlineräumen gehören beispielsweise Titan Poker, VC Poker, CDPoker oder Tony G Poker.

Mögliche Gründe

Da jeder Spieler beim Five Card Stud höchstens fünf Karten erhalten kann sind gute Hände gewöhnlich Mangelware. Selbst wenn man alle fünf Karten sieht hat man in mehr als der Hälfte aller Fälle nicht einmal ein Paar.

Auseinandersetzungen von Spielern, die auf Grund guter Hände bereit sind, viele Chips in den Pot zu investieren, sind folgsam also selten, womit die Variante besonders auf Einsteiger wenig attraktiv wirkt. Die Tatsache, dass das Spiel im Fixed Limit-Modus gespielt wird, führt ebenfalls höchstens zu einer Verschlechterung der Lage.

Spielablauf

Hinweis: Die folgende Erklärung nimmt an, dass das Spiel als Fixed Limit gespielt wird.

Das Spiel kann von zwei bis zehn Spielern gespielt werden. Die Karten, die verwendet werden, sind wie bei allen bekannten Pokervarianten 52 Stück französischer Spielkarten.

Das Spiel wird als Fixed Limit – und häufiger auch als Pot Limit – gespielt. Die Wertungsvariante ist High. Um das Spiel etwas interessanter zu gestalten, lassen sich auch Änderungen durchführen, beispielsweise kann man hohe Karten entfernen um dann Five Card Stud High/Low zu spielen.

Hole Card und Door Card

Die Spieler erhalten eine verdeckte und eine offene Karte.

Nachdem alle Spieler das Ante gesetzt haben, teilt der Geber den Spielern am Tisch eine verdeckte und eine offene Karte aus. Nun muss der Spieler mit der niedrigsten offenen Karte ermittelt werden. Falls zwei Spieler vom Wert her die selbe niedrigste Karte haben, entscheidet die Farbe. Kreuz (♣) zählt am wenigsten, gefolgt von Karo () und Herz (), während Pik (♠) am wertvollsten ist.

Der ermittelte Spieler hat nun die Wahl, entweder das Bring In oder die Completion zu leisten, ablegen ist nicht erlaubt. Das Bring In ist ein kleiner Einsatz, zwischen Ante und Completion. Letzteres entspricht dem kleineren Limit.

Nun folgen die anderen Spieler im Uhrzeigersinn. Der nächste Spieler hat die Wahl zu passen, das Bring In mitzugehen – natürlich nur wenn der erste Spieler auch nur das Bring In gebracht hat, zu completen beziehungsweise mitzugehen, wenn schon der erste Spieler die Completion geleistet hat oder auch um eine Completion respektive kleines Limit zu erhöhen. Insgesamt darf in jeder Setzrunde nur dreimal erhöht werden, dann kann man als Spieler nur noch mitgehen oder passen.

Dritte Karte

Die Spieler bekommen nun eine dritte, offene Karte.

Wenn alle Spieler den selben Einsatz gebracht haben oder gepasst haben, erhalten alle im Spiel verbliebenen Spieler eine dritte Karte, die offen gegeben wird.

Ab dieser Karte muss immer der Spieler mit der höchsten offenen Kombination als erster sprechen. Er halt die Wahl abzuwarten oder das kleine Limit zu setzen.

Vierte Karte

Die Spieler erhalten eine vierte Karte, die dritte offene.

Nachdem die Spieler die vierte Karte bekommen haben, wird erneut gesetzt. Ab dieser Runde wird als Intervall ein Big Bet, also das doppelte „kleine Limit“ genommen.

Fünfte und letzte Karte

Die Spieler erhalten die fünfte und letzte Karte, erneut offen.

Nun kommt die fünfte und letzte Karte, auch sie wird offen gegeben. Nach einer weiteren Setzrunde kommt es zum Showdown. Der Spieler mit der höchsten Kombination gewinnt den Pot.

Theorie

Five Card Stud hat gemeinhin angenommen den geringsten Glücksfaktor aller Varianten. Bereits nach der ersten Setzrunde bekommt man ein gutes Gefühl, was der Gegner für eine verdeckte Karte haben könnte. Da auch nur eine der fünf Karten nicht allen Spielern frei zugänglich ist, verkleinert sich auch die Schwierigkeit die Karte des Gegners korrekt zu bestimmen.

Als Anfänger ist das Spiel in sehr kurzer Zeit erlernt und durch das korrekte „Erraten“ der Hand des Gegners gibt es auch schnell erst Erfolgserlebnisse.

Wahrscheinlichkeiten und Kombinationen

Hand Möglichkeiten Wahrscheinlichkeit Kumulativ Wetten
Straight Flush 36+4 0,00154% 0,00154% 64.973 : 1
Vierling 624 0,0240% 0,0256% 4.164 : 1
Full House 3.744 0,144% 0,170% 693 : 1
Flush 5.108 0,197% 0,367% 508 : 1
Straße 10.200 0,392% 0,76% 254 : 1
Drilling 54.912 2,11% 2,87% 46,3 : 1
Zwei Paare 123.552 4,75% 7,62% 20,0 : 1
Paar 1.098.240 42,3% 49,9% 1,37 : 1
Höchste Karte 1.302.540 50,1% 100% 1 : 1
'Total' 2.598.960 100% 100% 0 : 1

Bekannte Spieler

Den einzigen „Pokerstar“ den Five Card Stud hervorgebracht hat ist zweifelsohne Bill Boyd. Der 1997 im Alter von 91 Jahren verstorbene US-Amerikaner gewann alle vier Turniere in dieser Variante auf der World Series of Poker, wobei aber zu beachten gilt, dass er einmal gar nur einen Gegner hatte und die größte Gegneranzahl bei sieben lag. Dennoch gehört Boyd mit seinen vier Armbändern noch heute zu den Spitzenreitern.

Weblinks