Spielst Du schon oder donkst Du noch? → Hier entlang zur Anmeldung

Handanalyse:Tilly–Antonius

Aus Donkpedia, dem vielseitigen Pokerlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zum Video
Die Hand auf youtube.com

Die Hand Tilly gegen Antonius erreignete sich in einer Poker After Dark-Episode und kam schnell zu Berühmtheit, da die professionelle Pokerspielerin Jennifer Tilly von vielen Amateurspielern als minderwertig begabt beschimpft wurde, da sie ein Full House auf dem River in Position checkte. Ich werde zu ergründen versuchen, warum Tillys Spiel in dieser Situation korrekt war.

Verlauf

Preflop

Mit sechs Spielern am Tisch und Blinds von 200/400 erhöhte Tilly vor dem Flop bei einem Durschnittsstack von 20.000 Chips auf den dreifachen Big Blind, also 1.200. Ihre Hand war J♦ J♣.

Der Small Blind Patrik Antonius, der gemeinhin als tight-passiver Spieler, wie viele seiner Landsleute, bekannt ist, zahlte aus dem Small Blind 1.000 nach. Er hielt 10♥ 8♥. Die im Big Blind sitzende Jennifer Harman stieg aus.

Aufgrund von Patriks überaus solider Spielweise, schrillten bei Tilly wohl schon hier die Alarmglocken. Sie dachte sich vermutlich, dass Antonius nicht der Spieler ist, der gegen ein Naturtalent wie sie es ist, bereit wäre, mit einer marginalen Hand außer Position einen Flop zu sehen.

Der einzige logische Schluss ist also, Antonius auf KK zu setzen, da er mit AA wohl noch einmal erhöht hätte, da Slowplay sehr untypisch für ihn ist.

Flop

Der Flop bringt 10♠ J♥ 7♣ und ist aus Tillys Sicht sehr erfreulich, da sie sich nun sicher sein kann, die beste Hand gegen Antonius Overpair zu halten.

Nach Patrik Antonius check-call ist Tilly leicht überrascht. Noch immer schließt sie dezidiert Slowplay oder eine marginale Hand aus, die einzige vertretbare Erkenntnis ist also, dass Antonius Stärke in Tilly gesehen hat und mit seinen Königen keine unnötige Gefahr eingehen will.

Turn

Der Turn bringt den K♠ und damit das schlimmste anzunehmende Unglück für Jennifer Tilly. Sie ist sich nun sicher, dass ihr Set geschlagen ist, und hofft, möglichst billig an den letzten Buben auf dem River zu kommen, um einen großen Pot zu gewinnen.

Obwohl Antonius erneut checkt, sieht sie in ihm enorme Stärke und unterschreibt diesen Umstand mit einem Check ihrerseits.

River

Der River ist eine sehr überraschende Karte, den anstatt den letzten Buben im Deck zu bringen, bringt er den K♣, also ihrer Meinung nach den letzten König im Deck.

Nach Patriks Check, ist Tilly demnach höchst verwundert, wo es doch nur allzu wahrscheinlich wäre, dass Antonius einen Vierling hält.

Zwar überlegt sie sich noch kurz, ob ein Value Bet Sinn machen würde, kommt aber recht schnell zum Ergebnis, dass Antonius sie entweder geschlagen hat oder sie einen fatalen Missread gemacht hat und seine Hand so wenig Wert ist, also im Bereich von AQ, AK, KQ, dass er ohnehin keinen Einsatz mehr mitgehen würde.

Sie checkt also, was in meinen Augen völlig korrekt ist, und deckt ihr Blatt auf. Antonius muckt daraufhin sein Blatt mit den Worten „I can't beat that“, worauf Tilly ihren kongenialen Reads freien Lauf lässt und sie in dem Satz „I thought you had kings“ kurz fasst.

Danach ist die Hand eigentlich beendet, nur der Kameramann scheint das noch nicht verstanden zu haben und zeigt x-beliebige Einstellungen der Gegenspieler, beispielsweise wie Erick Lindgren seine Chips stapelt, wie Phil Ivey seine Wasserflasche zudreht und dabei versucht mit seinem Mund Insekten zu fangen und Jennifer Harman, wie sie völlig ausdruckslos ins Nichts sieht.


Hinweis: Die Analyse ist natürlich nicht ernst zu nehmen ;)