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Onlinepoker

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Screenshot der Software PokerTH.

Als Onlinepoker wird Poker bezeichnet, das gegen andere Spieler über eine Internetverbindung an einem Rechner gespielt wird. Onlinepoker ist heute verbreiteter als Livepoker und hat maßgeblich zur explosiven Verbreitung des Kartenspiels beigetragen.

Geschichte

Onlinepoker entwickelte sich etwa nach der Jahrtausendwende. Planet Poker gab als erste Seite der Welt am 1. Januar 1998 das Echtgeldspiel über einen Computer frei. PokerStars wurde im September 2001 gegründet. Die Spielerzahl und die Anzahl der Onlinepokerbetreiber steigerten sich speziell nach dem Pokerboom ab 2003 dramatisch. So stiegen die Umsätze aller Pokerräume von 82.700.000 $ im Jahr 2001 auf 2.400.000.000 $ im Jahr 2005.

Nachdem der damalige US-amerikanische Präsident George W. Bush am 13. Oktober 2006 den „Unlawful Internet Gambling Enforcement Act“ unterschrieb, der den Onlinepokeranbietern verbot, Geld an amerikanische Finanzinstitute zu überweisen, zogen sich Firmen wie Party Poker aus den Vereinigten Staaten zurück. US-Amerikaner konnten allerdings dennoch weiterhin spielen, da beispielsweise PokerStars und Full Tilt Poker weiterhin amerikanische Spieler akzeptierten.

Einnahmequellen

Onlinepokeranbieter profitieren auf verschiedenste Art und Weise. In Cash Games wird, genauso wie in realen Spielbanken, ein gewisser prozentualer Anteile des Pots – das so genannte Rake – abgezweigt. Dieser Prozentsatz liegt normalerweise zwischen drei und zehn Prozent, ist also nur geringfügiger kleiner als in den meisten Spielbanken. Bei Sit and Gos und großen Turnieren wird dagegen ein Anteil des Einkaufspreis als Gebühr verlangt. Diese Gebühr liegt bei etwa acht bis 15 Prozent.

Eine weitere profitable Einnahmequelle ist die Investition des Geldes, das die Spieler eingezahlt haben. Onlinepokerräume funktionieren teilweise ähnlich wie Banken, wobei die Spieler ihre Kunden darstellen. Da die Anbieter ihren Benutzern keine Zinsen zahlen müssen, ist die Geldanlage extrem profitabel.

Anbieter

Bekannte Räume

Der derzeit größte Anbieter ist PokerStars. Auf Grund der rechtlich unklaren Situation (siehe Abschnitt „Rechtslage“) befindet sich der Firmensitz auf der Isle of Man, die genaue Struktur des Unternehmens ist unklar. Auf PokerStars spielen derzeit fast rund um die Uhr mehr als 200.000 Spieler. Das Unternehmen investiert sehr viel Geld in die Anwerbung neuer Spieler. Zum einen geschieht das durch Fernseh- und Zeitschriftenwerbung, in der die von PokerStars gesponserten Spieler auftreten, zum anderen durch das Sponsoring und das Betreiben großer Turnierserien. Der Anbieter ist vor allem Turnier-Spezialist bekannt.

Der zweitgrößte Anbieter ist Full Tilt Poker. Der Traffic liegt bei etwa 50.000 Spieler. Full Tilt Poker wurden von professionellen Pokerspielern gegründet, die entsprechend Anteile an der Firma halten. Auf der Software laufen regelmäßig die höchsten verfügbaren Cash Games.

Die überwiegende Mehrheit der etwas über 500 Anbieter sind so genannte Skins, das heißt, dass sie in einem Netzwerk organisiert sind, das alle Spieler dieser Skins sammelt. Diese Spieler spielen dann alle über dieselbe Software, auch wenn sie bei verschiedenen Skins registriert sind. Das größte dieser Netzwerke ist iPoker.

Weitere bekannte Pokerräume sind beispielsweise Party Poker, Paradise Poker, Cake Poker und Everest Poker.

Skandale

Der erste Skandal wurde im Oktober 2007 aufgedeckt, als Absolute Poker angab, dass sich ein Mitarbeiter als Superuser betätigt hatte. Er spielte dabei in hohen Cash Games und sah die Karten seiner Gegner, hatte also einen unüberbrückbaren Informationsvorteil. Der Schaden belief sich auf etwa 800.000 $, es wurden 1.600.000 $ an die geschädigten Spieler überwiesen.

Im Partnerraum UltimateBet wurde ein Jahr später bekannt, dass es ebenfalls Superuser gegeben hat. Dieses Mal war allerdings augenscheinlich mehr als ein Betrüger tätig und UltimateBet schien den Skandal zudem verdecken zu wollen.

Rechtslage

Die Rechtslage ist in den meisten Ländern alles andere als deutlich. In den Vereinigten Staaten gibt es trotz des Verbots immer noch Anbieter und Millionen Spieler. In Deutschland besteht durch den Glücksspielstaatsvertrag prinzipiell ein Verbot an der Teilnahme von kommerziellem Onlinepoker, allerdings sind keine Fälle bekannt in denen Spieler verurteilt wurden. In Österreich ist im Grunde nur das Spielen über den staatlichen Anbieter Win2Day erlaubt, allerdings gab es auch in der Alpenrepublik keine Verurteilungen. In der Schweiz ist Onlinepoker prinzipiell für den Spieler erlaubt.

Weblinks