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Phil Hellmuth

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Vereinigte Staaten
Phillip J. Hellmuth junior

Phil Hellmuth.jpg Phil Hellmuth bei der NHUPC 2010.
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Persönliches
Wohnort: Palo Alto, Kalifornien
Spitzname: Poker Brat (dt.: Pokerrüpel),
The Wise Turtle (dt.: Die weise Schildkröte)
(scherzhaft vom Hendon Mob verbreitet)
PokerStars: #1_Lucky_One
Ultimate Bet: Phil Hellmuth
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Verdienste
Turniereinnahmen:[?] 16.150.000 $
( 12.359.379 €)
Letzte Änderung: 5. Oktober 2012, 08:27

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link=News:Phil Hellmuth

Liste von News zu „Phil Hellmuth“.

Phillip (Phil) Jerome „The Poker Brat“ Hellmuth junior (sprich: [fɪl hælmæθ];* 16. Juli 1964 in Madison, Wisconsin) ist ein professioneller US-amerikanischer Pokerspieler. Mit 13 Bracelets – 12 davon wurden in Hold'em-Varianten gewonnen – ist Hellmuth der erfolgreichste Spieler der World Series of Poker, daneben hat er die meisten Finaltische (49; Stand 4. Oktober 2012) und Geldplatzierungen (95; Stand 4. Oktober 2012) bei der Turnierserie erreicht. Er ist der einzige Spieler der in den letzten vier Jahrzehnten Bracelets gewonnen hat und war der erste Spieler, der sowohl das Main Event in Las Vegas (1989) als auch in Europa (2012) gewinnen konnte. Vor allem auf Grund dieser Umstände gilt Hellmuth als einer der besten Turnierspieler aller Zeiten, oft wird er auch als bester geführt. Er liegt in der inflationsbereinigten ewigen Turnier-Geldrangliste auf der zweiten Position.[1] Auf Grund seiner Tiraden und nervlichen Instabilität ist Hellmuth einer der umstrittensten und polarisierendsten Pokerspieler überhaupt. Er gilt als lebende Legende und wichtigste Identifikationsfigur des Sports.

Leben

Kindheit

Phil Hellmuth wurde am 16. Juli 1964 in Madison, Wisconsin, als ältestes von fünf Kindern geboren. Da sein Vater, Phil Hellmuth senior, ein angesehener Akademiker und Universitätsvorstand war, lag ein großer Druck auf Phil, ebenfalls die Universität zu besuchen. Nach einem sehr guten Schulabschluss, entschied er sich dazu, auf der Universität von Wisconsin zu studieren.[2]

Privatleben

Hellmuth lebt mit seiner Frau, der ausgebildeten Psychiaterin Katherine Hellmuth, geborene Sanborn, in Palo Alto, Kalifornien. Mit ihr hat er zwei gemeinsame Söhne, Nicholas und Phil III.

Er betont oftmals, dass er alle seine Bracelets, bis auf das, das er für den Sieg im Main Event erhielt, an seine Verwandten verschenkt hat.

Pokerkarriere

Hellmuth an einem Tisch der WSOP
Hellmuth gewinnt sein elftes Bracelet

Erste Berührungen und frühe Erfolge

Auf der Universität wurde Phil von seiner Studentenverbindung immer wieder zu kleineren Pokerrunden eingeladen. Er begann, sich für das Kartenspiel zu interessieren und verbesserte sein Spiel allmählich. Nachdem er sich in den niedrigeren Limits sehr gut schlug, suchte er nach einer größeren Herausforderung. Diese fand er in den 100 $-Spielen am Campus, bei denen viele Professoren teilnahmen. Er spielte so erfolgreich, dass er seine Bankroll auf 20.000 $ aufbauen und seine Schulden an die Mitstudenten abzahlen konnte.

Der Rückschlag und erste Erfolge in Las Vegas

Mit seinem gesamten erspielten Geld und viel Selbstvertrauen entschied sich Hellmuth dazu, in Las Vegas sein Glück zu versuchen. Dort kam er erstmals mit Glücksspielen wie Black Jack, Craps und Baccarat in Berührung. Diese, in Kombination mit den hohen Rakes der Casinos führte dazu, dass Phil seine gesamte Bankroll in nur zehn Wochenenden verspielt hatte.

Mit einem angeschlagenen Ego kehrte er zu den Universitätsspielen zurück. Nachdem er seine Bankroll wieder aufgebaut hatte, ging Hellmuth erneut nach Las Vegas. Bei seinem zweiten Versuch konnte er schließlich mehr als 10.000 $ gewinnen, was ihn dazu veranlasste, sich von der Universität abzumelden um auf der Suche nach High Stakes-Spielen durch das Land zu reisen. 1988 nahm Phil erstmals am Main Event der World Series of Poker teil. Er schied als 33. gerade schon in den Preisgeldregionen aus, da ihn der spätere Gewinner Johnny Chan eliminiert hatte.

Der Durchbruch

Trotz dieser Enttäuschung meldete sich Hellmuth auch im folgenden Jahr für das Hauptturnier der World Series of Poker an. Er kämpfte sich durch das 178 Personen starke Feld bis an den Finaltisch vor, wo er Johnny Chan, der ihn noch im Vorjahr ausgeschaltet hatte, im Heads Up schlug, als seine 9♠ 9♣ gegen Chans A♠ 7♠ hielt. Dieser Erfolg brachte Hellmuth sein erstes Bracelet und 755.000 $ ein.

Kontroverse

Laut dem US-amerikanischen Pokerspieler und Autor Mason Malmuth unterscheidet sich die von Hellmuth in seinen Büchern verbreitete Version seiner Pokeranfänge teilweise von den Erinnerungen die Malmuth an den jungen Hellmuth hat.[3] So lernte er ihn als Spieler kennen, der in den Cash Games in Las Vegas ein konstanter Verlierer war. Erst später entdeckte Malmuth, dass Hellmuth ein hervorragender Turnierspieler war, der durch diese seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte. Des Weiteren soll sich Hellmuth laut eigener Aussage mit seinen letzten 10.000 $ für das Main Event 1989 eingekauft haben, den Rest seiner Turniergewinne habe er in Cash Games verspielt.

Erfolge

Zum Video
Hellmuth im Interview nach dem Gewinn des zwölften Bracelets 2012.

World Series of Poker

Siehe auch: Phil Hellmuth in der World Series of Poker

Nach zwei Jahren ohne Turniersieg, gewann er 1992 ein Hold'em-Turnier. 1993 krönte er seine bis dato junge Karriere, als er in den illustren Kreis jener Spieler, die in einem Jahr drei Bracelets gewinnen konnten, aufstieg. Weitere Erfolge konnte er 1997, 2001, 2003 – wo er zwei Turniere gewann, 2006, 2007 und 2012 – wo er sich zum Razz-Weltmeister und später in Cannes zum inoffiziellen Europameister kürte – feiern.

Bei der ersten Ausgabe des Tournament of Champions 2004 musste er sich nur Annie Duke geschlagen geben. Da es eine Winner Takes It All-Struktur gab, ging Hellmuth leer aus, während die Erstplatzierte 2.000.000 $ erhielt. 2001 hatte er außerdem die Chance, in den elitären Kreis jener Spieler einzutreten, die das Main Event mehr als einmal gewinnen konnten. Er schied am Finaltisch des Turniers jedoch auf dem fünften Platz aus. 2011 kam er dreimal in ein Heads Up, darunter in das des Poker Player's Championship; er verlor jedoch alle drei Mal. Auch bei der Wertung zum Spieler des Jahres der World Series of Poker wurde er Zweiter.

Bei der World Series of Poker 2012 bestätigte sich der Trend der letzten Jahre, als Hellmuth sein zwölftes Bracelet in einer Spartenvariante (Razz) gewann – dies war sein erstes Bracelet außerhalb der Hold'em-Varianten. Bei der gleichen Series fuhr er seinen größten Cash bis dahin ein, da er im Big One for One Drop Vierter wurde und über 2.645.000 $ einnahm. Später konnte Hellmuth bei der WSOPE 2012 in Cannes das Main Event und somit sein 13. Armband gewinnen. Überhaupt stellte 2012 sein erfolgreichstes Jahr bei der WSOP seit fast 20 Jahren dar. Er erreichte insgesamt sieben Platzierungen unter den besten 15, mit zehn Money Finishes setzte er einen neuen persönlichen Rekord.

National Heads-Up Poker Championship

Hellmuth konnte 2005 die erste Saison des National Heads-Up Poker Championship gewinnen und 63 der besten Spieler weltweit hinter sich lassen. Auf seinem Weg zum Titel setzte er sich gegen Men Nguyen, Paul Phillips, Huck Seed, Lyle Berman und Antonio Esfandiari durch, bevor er Chris Ferguson in drei Spielen zweimal besiegte und sich so den Titel sicherte. Im folgenden Jahr schied er dagegen bereits in der ersten Runde gegen „Chip“ Reese aus. 2007 verzichtete er zugunsten der Premier League Poker auf eine Teilnehme. 2008 scheiterte er in der ersten Runde spektakulär gegen Tom Dwan, als Hellmuths AA auf dem Turn von Dwans TT gecrackt wurden. In den nächsten Jahren blieben Erfolge weiterhin aus.

Poker After Dark

Hauptartikel: [gewinnt ersten Poker After Dark-Titel|Hellmuth gewinnt ersten Poker After Dark-Titel], 1. Woche der 3. Staffel von Poker After Dark, 3. Woche der 3. Staffel von Poker After Dark, 4. Woche der 4. Staffel von Poker After Dark, 5. Woche der 4. Staffel von Poker After Dark, [Vörtmann holt sich Sieg bei Poker After Dark|Jens Vörtmann holt sich Sieg bei Poker After Dark]

Hellmuth ist regelmäßiger Gast bei Poker After Dark. In diesem Turnier, müssen alle sechs Teilnehmer 20.000 $ bereitstellen, wobei der Gewinner den gesamten Preispool erhält. Bei seiner siebten Teilnahme konnte er in der ersten Woche der dritten Staffel seinen ersten Sieg verbuchen, in der dritten Woche gewann er ein zweites Mal. Im August 2008 gewann er die erste „Poker After Dark Heads Up Challenge“ und 200.000 $.

Weitere Turniererfolge

Zum Video
Hellmuth gegen Tom Dwan beim NHUPC 2008.

Neben zahllosen Erfolgen in „kleineren“ Turnieren, konnte er bei der World Poker Tour bereits vier offene Finaltische erreichen. Außerdem schnitt er bei diversen Fernsehturnieren äußert positiv ab. So konnte er 2000 die dritte Staffel von Late Night Poker gewinnen.

Resümee

Bis dato konnte Hellmuth über 17.000.000 $ in offiziellen Turnieren einnehmen. Damit liegt er in der ewigen Geldrangliste auf dem dritten Platz.[4] Dabei ist jedoch zu beachten, dass Hellmuth in den Krieg der Onlinepokerräume Full Tilt Poker und PokerStars, die beide versuchten einen ihrer Spieler mit Turnieren, die einen hohen Preispool und eine geringe Spieleranzahl aufweisen, auf die vorderen Plätze zu hieven, nicht eingegriffen hat. Dementsprechend wird Hellmuth immer noch oft als beständigster und erfolgreichster Turnierspieler der Geschichte angesehen.

Cash Games

Hellmuth nahm an der ersten Staffel von High Stakes Poker teil. Nachdem er die zweite und dritten Staffel ausließ, spielte er in der vierten Staffel wieder mit. Nachdem er schon früh sein Buy In verspielt hatte, schloss er den zweiten Tag mit einem Plus von 402.600 $ ab, sodass er insgesamt 285.000 $ in dieser Staffel gewinnen konnte.[5] In der sechsten Staffel kehrte Phil Hellmuth zurück. Nach zwei Coolern in den ersten Spielminuten ging Hellmuth aber frühzeitig broke und entschied sich, das Spiel zu verlassen. Dieser Auftritt war der kürzeste in der Geschichte von High Stakes Poker. Obwohl Hellmuth für seine Leistungen größtenteils zerissen wurde, liegt er bei High Stakes Poker insgesamt im Plus. Dieser Umstand ist auf Grund der geringen Anzahl an gespielten Händen jedoch nicht zwangsläufig aussagekräftig.

Hellmuth nahm darüberhinaus auch beim Poker Den in London teil, wo er mit einem Minus abschließen musste. Im September 2008 verlor Hellmuth 306.000 $ im Full Tilt Million Dollar Cash Game. Auch bei den Cash Games bei Poker After Dark musste Hellmuth teilweise herbe Verluste einstecken.

Kritik

Zum Video
Hellmuth erhält einen Esel von Mike Matusow.
Hellmuth in seiner „patentierten“ Pose.

Hellmuth gilt allgemein als der meistdiskutierte und umstrittenste Pokerspieler überhaupt. Durch sein Verhalten am grünen Filz hat Hellmuth viele Gegner, die ihn für unreif und respektlos halten, aber auch viele Freunde, die vor allem bei Suckouts mit ihm sympathisieren.

Verhaltensänderung und Ausbrüche

Mit dem Anstieg der Anzahl der Pokerübertragungen im Fernsehen veränderte sich auch zunehmend Hellmuths Haltung am Pokertisch. Nachdem er bei der World Series of Poker in frühen Jahren eher unauffällig agierte, schlug sein Verhalten seit dem Pokerboom plötzlich um. Zuerst schien sich sein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit zu steigern. Dies war das erste Mal beim Main Event 2002 zu sehen, wo er sich nach dem Sieg von Robert Varkonyi seine Haare rasieren ließ. Im Folgejahr widmete ESPN ihm im Rahmen der Übertragung des Main Events erstmals ein volles Segment, indem unter anderem sein nackter Oberkörper und sein Ehebett gefilmt wurde. Im Turnier selbst wurde eine spielerische Auseinandersetzung mit seinem Nemesis Sam Grizzle inszeniert, die Hellmuth zu seinen Gunsten entschied. Das Main Event wurde indes durch seine Phrase „If luck weren't involved I guess I'd win every one“ („Wenn Glück keine Rolle spiele, gewänne ich wohl immer“) geprägt.

Das Tournament of Champions im Jahr 2004 verlor Hellmuth im Heads Up gegen Annie Duke. Er zeigte sich während der gesamten Übertragung sehr emotional und lief nach der letzten Hand aus dem Studio. Dort wurde er von Kameras begleitet, die seinen Wutausbruch aufnahmen.

Beim Main Event 2005 nahm Hellmuth am ersten Tag am TV-Tisch platz. Nachdem er gegen einen großen Einsatz eines unerfahrenen Spielers sein AK auf einem Board von 44AQ foldete, und sein Gegner AA zeigte, sagte er zu seiner anwesenden Ehefrau „I can dodge bullets, baby!“ („Ich kann Assen ausweichen“, „bullets“ steht gleichzeitig auch für Waffen-Projektile). Als ein schwacher Spieler später einen 3-Outer auf dem River traf, beschimpfte Hellmuth diesen. Dies stellte gleichzeitig seine erste, von Kameras ausgezeichnete Verunglimpfung eines Gegenspielers dar.

„ This fricking donkey stuck $15,000 with King Jack...I mean...the guy can't even spell poker. I re-raise to let him know what I had. He peeled, a King off, a Jack off for the sucker. Learn how to fold a hand. Some of the worst players in the world. I can't believe this is the World Series of Poker. “

— Phil Hellmuth

Als Hellmuth im Main Event 2008 eine große Hand gegen Cristian Dragomir verlor, beleidigte er ihn so heftig, dass ihm ursprünglich eine Zwangspause von einem Orbit aufgebrummt wurde. Am nächsten Tag entschuldigte sich Hellmuth bei Dragomir, auch dieses Ereignis wurde medienwirksam von Kameras aufgenommen. Bei der europäischen WSOP im Herbst des Jahres kritisierte Hellmuth einen weiblichen Dealer solange, bis diese [Hellmuth bringt Dealer zum Weinen|in Tränen ausbrach]. Auf seinem Blog schrieb er, dass er ihr als Entschuldigung eine Flasche Wein bränge.

Im März 2010 erreichte Hellmuth nach knapp zwei Jahren beim Bay 101-Stopp wieder einen Finaltisch bei der World Poker Tour. Als er auf dem River überraschend eliminiert wurde, sank er zu Boden und verharrte für eine Minute in der Fetalposition. Tony G schrieb dazu, dass er sich um die geistige Gesundheit von Phil Hellmuth sorge. Überraschenderweise beschimpfte Hellmuth den schuldigen Gegner jedoch nicht, sondern verabschiedete sich würdig von ihm. Auch als er beim darauffolgenden WPT-Finale Siebter wurde und den Finaltisch somit um einen Platz verpasste, gab es kein sonst übliches Blowup. Hellmuth schrieb dazu, dass er insbesondere durch meditative Übungen ein besonnenerer und graziöserer Spieler geworden sei.

Spielweise

Hellmuth pflegt einen sehr ungewöhnlichen Spielstil. Er gilt als einer besten Leser von Spielern – besonders wirksam ist dies gegen Amateure – und sein zuweilen aggressives Spiel ermöglicht es ihm, in Turnieren Druck auf kleinere Stacks auszuüben. Auf der anderen Seite wird ihm vorgeworfen, keine mathematischen Komponenten in sein Spiel einfließen zu lassen. Besonders deutlich wird dies, wenn er in Turnieren einen kleinen Stack hat. Ein großer Kritikpunkt ist deswegen sein Shortstack-Spiel, da sein Stack bei vielen All Ins schon so klein ist, dass er Gegner mit schwachen Händen nicht mehr wirksam vertreiben kann. Hellmuth nennt seine Spiel-Doktrin selbst „White Magic“.

Insgesamt werden seine Stärken bei Turnieren mit einem größtenteils schwachen Teilnehmerfeld angesetzt. Da diese in den letzten Jahren seltener wurden, wurde Hellmuth laut eigener Aussage zu einem aggressiveren, riskanteren Spiel gezwungen. Seine Schwächen liegen im Cash Game, vor allem da sein druckvolles Spiel auf Grund der Nachkauf-Option keine Wirkung zeigt.

Obwohl Hellmuth seine ersten elf Bracelets in Hold'em-Turnieren gewonnen hatte und ihm oftmals vorgeworfen worden war, dass er in den anderen Varianten große Defizite habe, hatte er durchaus auch in anderen Spielen beachtliche Erfolge vorzuweisen. So gewann er 2000 ein Stud-Turnier mit 438 Teilnehmern und einem Preispool von über einer halben Million Dollar in Österreich. Außerdem hatte er etwa ein Drittel seiner WSOP-Finaltische in klassischen oder gemischten Varianten, sowie Omaha Hold'em erzielt. Seit Hellmuth bei der WSOP 2011 drei zweite Plätze in Spartenvarianten und insbesondere der Poker Player's Championship erreicht hat, gilt er jedoch als rehabilitiert. Bei den L.A. Poker Classic im selben Jahr gewann er ein Side Event in der gemischten Variante 8-Game. Als Razz-Weltmeister des Jahres 2012 sind seine Kritiker diesbezüglich endgültig verstummt.

„ A lot of the great players underestimate my H.O.R.S.E. skills.
They say „O Phil, just plays Hold'em“ but I can play all of the games close to perfect.
Am I a world class Stud player? Sure!
Omaha Eight or Better, there is probably only four or five that are better than me.
Razz I'm just absolutely world class, top of the game.
Hold'em obviously I'm on the absolute top of the world. “

— Phil Hellmuth über seine Fähigkeiten in anderen Varianten. Nachdem er für diese Aussage anfangs noch belächelt und von Pokerfans teilweise als größenwahnsinnig abgestempelt worden war, sollte er einige Jahre später beweisen, dass seine Fähigkeiten in Spartenvarianten tatsächlich zur Weltspitze ausreichen.


Hellmuth als Geschäftsmann

Eine der 20.000.000 Bierdosen

Phil Hellmuth besitzt trotz seiner gelegentlichen Gefühlsausbrüche ein hohes Ansehen in der Pokergemeinde; so hat er auch viele persönliche Freunde die professionelle Pokerspieler sind und ist daneben auch mit anderen prominenten Persönlichkeiten bekannt, die er teilweise auch in die Pokerwelt einführte. Dazu zählen etwa der Schwimmer und erfolgreiche Olympionike Michael Phelps, der Golfspieler Tiger Woods, sowie das damalige Ehepaar Eva Longoria, die Schauspielerin ist, und Tony Parker, einem professionellen Basketballspieler.

Er veröffentlichte mehrere Bücher und Hörbücher (Siehe Abschnitt Literatur) und schrieb regelmäßig Kolumnen im Card Player. Außerdem gestaltete er zahlreiche, an Anfänger gerichtete Lehrvideos und war Hauptdarsteller im Videospiel World Series of Poker 2008: Battle For The Bracelets. Hellmuth betreibt weiters seine eigene Modelinie und vertreibt die Produkte auf seiner Webpräsenz. Laut eigener Angabe wird sein Nettoguthaben in Bälde die 100.000.000 $-Marke übersteigen, worauf er sich einen Privatjet kaufen würde.

Anlässlich der World Series of Poker 2008 wurde sein Antlitz und drei seiner bekannten Zitate auf insgesamt 20.000.000 Bierdosen der Firma Milwaukee's Best, einem Sponsor der WSOP, gedruckt. Hellmuth selbst gab an, dass es für ihn so schön war, wie ein weiteres Bracelet zu gewinnen.

Hellmuth wurde viele Jahre vom umstrittenen Pokerraum UltimateBet gesponsert; die Zusammenarbeit wurde im beidseitigen Einverständnis am 30. Dezember 2010 öffentlich für beendet erklärt. Er kam besonders in die Kritik, den Anbieter auch nach dem aufgedeckten Superuser-Skandal weiter unterstützt zu haben, er verteidigte dies aber damit, weiter an die Integrität der Firma geglaubt zu haben.[6] Abgesehen von wenigen Wortmeldungen gab er allerdings keine Kommentare zu dem Thema ab. Auf der anderen Seite wird ihm allerdings zu Gute gehalten, sich nie an einen Onlinepokeranbieter angebiedert zu haben, wie es etwa Daniel Negreanu mit PokerStars tat.

In der Folge war er nur kurz sponsorfrei, da er wenig später mit dem Aria Resort & Casino aus Las Vegas eine Partnerschaft einging. Seitdem trägt seine Kleidung das Logo des Unternehmens.

Zitate

Im folgenden sind einige von Hellmuths bekanntesten Äußerungen aufgezählt.

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Mehr zum Thema „Phil Hellmuth“ im Namensraum Zitat.

  • „I can dodge bullets, baby!“ („Ich kann Kugeln/Projektilen (gemeint sind aussichtslose Situationen am Pokertisch) ausweichen, Baby!“)[7]
  • „If there weren't luck involved, I guess I'd win everyone.“ („Wenn Glück keine Rolle spielen würde, würde ich wohl immer gewinnen.“)[8]
  • „You moved in with King-Ten, so please don't discuss poker with me“ („Du bist mit König-Zehn all in gegangen, darum diskutiere mit mir bitte nicht über Poker“)
  • „Idiot from Northern Europe“ („Idiot aus Nordeuropa“) — Diesen Satz sagte Hellmuth zu einem finnischen Spieler, nachdem dieser ihn mit einer schwachen Hand callte. Besonders die präzise Äußerung des Herkunftsgebiets des Spielers gepaart mit einer Tirade ließ dieses Zitat Kultstatus erlangen.

Sonstiges

Hauptartikel: Statistik von Phil Hellmuth

Literatur

Nach dem Pokerboom versuchte Hellmuth wie viele andere prominente Spieler, aus dem großen Zustrom an Neulingen Kapitel zu schlagen. Er veröffentlichte mehrere Bücher und DVDs, die sich an Anfänger richteten und größtenteils negativ aufgenommen wurden.

Werke

  • Play Poker Like the Pros (2003), ISBN 0060005726
  • Bad Beats and Lucky Draws: Poker Strategies, Winning Hands, and Stories from the Professional Poker Tour (2004), ISBN 0060740833
  • Phil Hellmuth's Texas Hold 'Em (2005), ISBN 0060834609
  • Phil Hellmuth Presents Read 'Em and Reap: A Career FBI Agent's Guide to Decoding Poker Tells (2006), ISBN 0061198595
  • Deal Me In (2009) als Mitautor, ISBN 0982455801

Quellen

  1. Inflationsbereinigte Geldrangliste auf thehendonmob.com
  2. Profil auf worldpokertour.com'
  3. Post auf twoplustwo.com.
  4. Ewige Geldrangliste
  5. Hellmuths Blog
  6. Thread auf twoplustwo.com
  7. Phil Hellmuth dodging bullets
  8. Phil Hellmuth Profile

Weblinks