Spielst Du schon oder donkst Du noch? → Hier entlang zur Anmeldung

Poker

Aus Donkpedia, dem vielseitigen Pokerlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche
Holdem.jpg

Poker ist die Sammelbezeichnung für eine Kategorie von verwandten Kartenspielen. So werden alle Varianten mit einem französischen Kartenblatt zu 52 Karten gespielt. Weitere Gemeinsamkeiten sind das Vorhandensein von einer Art Währung – meistens in Form von Chips – die gesetzt werden können, sowie die Bewertungskriterien, mit denen die Hände gereiht werden. Das Ziel eines Pokerspielers ist es, in möglichst wenig Spielrunden, mit möglichst geringem mathematischen Risikos, möglichst viele Chips zu gewinnen.

Poker ist aus mathematischer Sicht kein Glücks-, sondern ein Strategiespiel. Der oftmals negativ wahrgenommene Aspekt des Glücksfaktors bezieht sich aus der Varianz in der Verteilung der Karten. Umso mehr Spielrunden von einem Spieler absolviert werden, umso geringer wird der Glücksfaktor, bis die Varianz völlig verschwindet. Das ist zum einen die Erklärung dafür, dass auf kurze Sicht auch unerfahrene gegen routinierte Spieler gewinnen können und zum anderen, dass es Spieler gibt, die auf Dauer einen Vorteil gegenüber anderen haben.

Ablauf

Positionsbestimmung

Vor der ersten Spielrunde, muss die Position der einzelnen Spieler ermittelt werden. Dazu wird jedem Spieler eine offene Karte ausgeteilt. Der Spieler mit der höchsten Karte bekommt den Dealer-Button zugeteilt. Haben mehrere Spieler dieselbe höchste Karte, wird die Farbe zu Rate gezogen. Die Reihenfolge ist hierbei absteigend Pik (♠), Herz (), Karo () und Kreuz (♣).

Mindesteinsätze

Hauptartikel: Mindesteinsatz

Je nach Variante müssen zwei oder mehr (Blinds), oder alle (Ante) Spieler Einsätze bringen. Während Blinds in der Regel unterschiedlich groß sind und meistens nur von zwei Spielern gebracht werden müssen, sind Antes einheitlich und müssen von allen Spielern gesetzt werden. Die Position der Blinds wechselt nach jeder Runde im Uhrzeigersinn ab, ebenso wie der Button.

Spielrunde

Hauptartikel: Spielrunde

Nach dem Bringen der Mindesteinsätze kommt es zur eigentlichen Spielrunde. Es werden die Karten ausgeteilt und der erste Spieler hat die Wahl, entweder zu folden (ablegen), zu callen (mitgehen), zu raisen (erhöhen) oder das Bring In (Einbringung) oder die Completion (Komplettierung) zu leisten. Es folgen im Uhrzeigersinn die weiteren Spieler. Nachdem alle Spieler entweder ihre Karten abgelegt oder den gleich großen Einsatz gebracht haben, folgt das Austeilen der nächsten Karten und im Anschluss daran die nächste Setzrunde. Dies wiederholt sich solange, bis es zu einem Showdown kommt oder alternativ nur noch ein Spieler in der Hand verbleibt.

Showdown

Hauptartikel: Showdown

Zu einem Showdown kommt es entweder durch ein All In, oder wenn nach der letzten Setzrunde noch mindestens zwei Spieler Karten halten. Nachdem die Karten aufgedeckt werden, wird dem Spieler der Pot verliehen, der die stärkste Hand hält.

Kombinationen

Hauptartikel: Hand

Aus allen, dem Spieler verfügbaren Karten, wird seine Hand gebildet. Eine Pokerhand besteht immer aus fünf Karten.

High

Hauptartikel: High

Die Qualität einer Hand wird bei der am weitesten verbreiteten Wertungsvariante, High, an Hand von Kombinationen bewertet. Als Faustregel gilt, dass eine Kombination umso stärker ist, je seltener sie ist. Jedoch sind in Varianten, bei denen man mehr als fünf Karten hält, höherwertige Kombinationen teilweise wahrscheinlicher als niederwertige.

Name Bedeutung Beispiel Entscheidungskriterium Wahrscheinlichkeit (Fünf Karten) Wahrscheinlichkeit (Sieben Karten)
Höchste Karte
(High Card)
Keine der unteren Kombinationen A♠ K♦ J♠ 7♣ 4♣ Höhe der einzelnen Karten 50,13 % 17,41 %
Ein Paar
(One Pair)
Zwei Karten gleichen Wertes 10♠ 10♥ J♦ 8♣ 6♥ Höhe des Paars und der Beikarten 42,25 % 43,83 %
Zwei Paare
(Two Pair)
Zwei Paare J♦ J♠ 8♣ 8♠ A♠ Höhe der Paare und der Beikarte 4,75 % 23,50 %
Drilling
(Three Of A Kind)
Drei Karten gleichen Wertes Q♣ Q♥ Q♠ A♥ 4♣ Höhe des Drillings und der Beikarten 2,11 % 4,83 %
Straße
(Straight)
Fünf Karten in einer Reihe 7♥ 8♣ 9♦ 10♥ J♠ Höchste Karte 0,39 % 4,62 %
Flush
 
Fünf Karten in einer Farbe 3♠ 5♠ 8♠ 9♠ K♠ Höhe der einzelnen Karten 0,20 % 3,03 %
Full House
 
Ein Drilling und ein Paar K♥ K♣ K♦ 9♠ 9♦ Höhe des Drillings und Höhe des Paars 0,14 % 2,60 %
Vierling
(Four Of A Kind)
Vier Karten gleichen Wertes A♣ A♦ A♥ A♠ 4♠ Höhe des Vierlings und der Beikarte 0,02 % 0,17 %
Straight Flush
 
Straße in einer Farbe 8♣ 9♣ 10♣ J♣ Q♣ Höchste Karte 0,00135 % 0,028 %
Royal Flush
 
Straße in einer Farbe mit Ass als höchste Karte 10♦ J♦ Q♦ K♦ A♦ Split Pot 0.00015 % 0,0032 %

Eine Sonderregel ist, dass ein Ass sowohl eine Straße von Ass bis Fünf, als auch eine von Zehn bis Ass bilden kann.

Low

Hauptartikel: Low

Bei Low, auch Lowball, gewinnt die nach herkömmlichen Wertungsmethoden schwächste Hand. Am häufigsten sind Deuce to Seven und Ace to Five vorzufinden. Bei Deuce to Seven ist die Zwei die niedrigste Karte, außerdem verschlechtern Flushes und Straights die eigene Hand – die optimale Hand ist hier also 23457. Bei Ace to Five ist das Ass der niedrigste Kartenwert, Flushes und Straights werden ignoriert – hier ist A2345 die bestmögliche Hand.

High/Low

Hauptartikel: High/Low

Bei High/Low, auch Eight or Better, wird der Pot zwischen den besten Händen nach den Wertungsvarianten High und Low aufgeteilt.

Varianten

Hauptartikel: Liste der Pokervarianten

Um eine Pokervariante genau zu bestimmen, müssen Limit, Variante und die Wertungsvariante angegeben werden. Gegebenenfalls ist auch die Angabe der Einsätze von Nöten.

Die beliebtesten und meistvebreiteten Pokervarianten lassen sich in drei Überkategorien einteilen. Es sind dies Hold'em (dazu zählen unter anderem Texas Hold'em und Omaha Hold'em), Stud (Five Card Stud, Seven Card Stud, Razz) und Draw (Five Card Draw, Kansas City Lowball). Neben gemischten Varianten, die verschiedene Spiele kombinieren, gibt es auch noch andere Varianten, die teilweise erheblich von den eben genannten abweichen. Beispiele hierfür sind Chinese Poker und Badugi.

Theorie

Mathematik

Siehe dazu: Pot Odds

Die mathematische Komponente des Spiels liegt in der Findung des rechnerisch auf Dauer rentabelsten Zugs. Da Poker auf Grund der verdeckten Karten ein Spiel von inkompletter Information ist, hängt die optimale Entscheidung vor allem von den Gegenspielern ab.

Psychologie

Siehe dazu: Tell, Read

Auf Grund der unmittelbaren Anwesenheit der Spieler – zumindest bei Livepoker – kann sich ein Teilnehmer auf eine psychologische Ebene begeben. Durch die Körpersprache und das Verhalten eines Spielers kann ein anderer Informationen über die Stärke seiner Hand beziehen. Auf der anderen Seite besteht für erfahrene Spieler die Möglichkeit, weniger gute Teilnehmer einzuschüchtern und so zu falschen Entscheidungen zu bewegen.

Abhängigkeit

Ob man durch das Pokerspielen eine pathologische Spielsucht entwickeln kann, ist umstritten. Zwar verliert der größte Teil der Pokerspieler netto Geld, jedoch würde man selbst Spieler, die sehr große Summen verloren haben, nicht als klassische Spielsüchtige einstufen. Der Grund liegt darin, dass ein Abhängiger, der durch seine Sucht notwendigerweise falsche Entscheidungen trifft, einen größeren mathematischen Nachteil als in traditionellen Glücksspielen wie beispielsweise Blackjack hat. Er hätte also geringere Chancen, auf kurze Sicht Geld zu gewinnen und würde auf Dauer mehr Geld als nötig verlieren.

Geschichte und Etymologie

Frühe Geschichte

Der erste Vorläufer des Pokerspiels war das deutsche Poch, von dem es auch seinen Namen hat. Dieses Spiel wurde ab dem 15. Jahrhundert gespielt. Es gibt einen Bericht aus dem Jahr 1829, indem angegeben wird, dass frazösischstämmige Einwanderer in New Orleans ein dem Poker ähnliches Spiel spielten. Schon damals wurde auf die Hände gesetzt. In den nächsten Jahrzehnten breitete sich das Spiel durch den Goldrausch und den US-amerikanischen Bürgerkrieg weiter aus. Es wurde das noch heute verwendete Deck zu 52 Karten verwendet und die Handwertungen wurden auf Straight und Flush erweitert.

Pokerboom

Hauptartikel: Pokerboom

Der erste, kleine Pokerboom setzte Anfang der 1970er Jahr mit Gründung der World Series of Poker ein. In den nächsten Jahren wuchs die Teilnehmerzahl kontinuierlich an. Der zweite, weitaus bedeutendere Pokerboom begann bei der World Series of Poker 2003 durch den Sieg des Amateurs Chris Moneymaker im Main Event, dem weltweit wichtigsten Turnier. Moneymaker qualifizierte sich online für wenige Dollar. Seitdem haben sich die Teilnehmerzahlen in etwa verzehnfacht. Insbesondere Onlinepoker erlebte ein gigantisches Wachstum.

Verbreitung

Home Games

Hauptartikel: Home Game

Home Games sind Spiele im privaten Rahmen, meistens in der Wohnfläche der Teilnehmer. Home Games erfreuen sich großer Beliebtheit, da man im privaten Rahmen und ohne dauerhafte Kosten – vor allem dem Rake – auch um kleine Einsätze spielen kann.

Spielbanken

Hauptartikel: Spielbank
Das Rio All-Suite Hotel and Casino beherbergt einen der größten Pokerräume der Welt.

Spielbanken – auch Casinos genannt – sind private oder staatliche Anbieter von Glücksspielen und Poker. Die Spielbank gewinnt bei den Pokertischen durch das Rake, einem Anteil am Pot, der abgezweigt wird, Geld.

Onlinepoker

Hauptartikel: Onlinepoker

Onlinepoker ist über einen Computer mit Internetanschluss gespieltes Poker. Es hat sich seit dem Pokerboom zu einem für die Pokerräume extrem profitablen Zweig entwickelt. Viele der bekanntesten Spieler der Welt haben Verträge mit den Onlinepokerräumen, die ihnen große finanzielle Vorteile bringen.

Umfeld

Tom Dwan gilt trotz seines jungen Alters als einer der besten Spieler weltweit.

Professionelle und bekannte Spieler

Es gibt Spieler, die ihren Lebensunterhalt durch das Spiel bestreiten. Auf Grund von medialer Präsenz genießen diese Spieler teilweise einen sehr hohen Bekanntheitsgrad und verfügen über große Fangemeinden.

Durch Onlinepoker wurde es möglich, in kurzer Zeit eine enorme Zahl von Händen zu spielen, für die man früher vielfach länger gebraucht hätte. Durch diesen Umstand und die mathematische Optimierung des Spiels sind viele der bekanntesten Spieler der Welt relativ jung. Zu den bekanntesten Spielern, die online durchstarteten und sehr große Summen gewannen, gehören beispielsweise Tom Dwan, Phil Galfond, Patrik Antonius, Ilari Sahamies und Isildur1. Dem entgegen stehen Spieler wie beispielsweise Phil Ivey – der als bester Spieler aller Zeiten gilt – die zwar in Spielbanken das Kartenspiel lernten und perfektionierten, mittlerweile aber ebenfalls online auf den höchsten Limits vorzufinden und erfolgreich sind.

Fernsehen

Hauptartikel: Poker im Fernsehen

Literatur

Weblinks