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Tell

Aus Donkpedia, dem vielseitigen Pokerlexikon
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Als Tell (engl. erzählen) bezeichnet man die erkennbare Änderung des Verhaltens eines Pokerspielers die Rückschlüsse auf seine Bewertung seiner Karten erlaubt.

Live Tells

Ein Tell, als Gegenteil zum Pokerface, kann sich unterschiedlich äußern, beispielsweise in einer physischen Reaktion des Spielteilnehmers auf die Karten. Ein Tell wird verwendet, um den oder die anderen Pokerspieler zu „lesen“, d.h. seine Karten zu erahnen und seine Spielweise zu erkennen. Festzustellen sind Live Tells besonders an folgenden Merkmalen:

Augen und Mimik

Die Augen eines jeden Spielers werden häufig als Orientierungspunkt genutzt. Das ist einer der Gründe, warum Pokerspieler oft Sonnenbrillen tragen. Man sagt auch , dass mehrmaliges und langes Betrachten der Karten für ein gutes Blatt steht. Kommt ein Flop von einer Spielkartenfarbe und ein Spieler prüft seine Starthand hat er wahrscheinlich nur eine Karte der Farbe. Es gilt ebenso als auffällig wenn ein Spieler nach neuen Karten einen kurzen Blick auf seine Chips oder die des Gegners wirft (ein Zeichen dass er gerade gute Karten gezogen hat und gleich erhöhen wird) bzw. ob der Spieler den Gegner direkt ansieht (gilt als Bluffindiz) oder wegsieht. Ein Anstarren des Flops deutet eher auf einen verfehlten Flop hin.

Verbalverhalten

Ein weiterer Punkt ist das Verbalverhalten: viele Spieler wirken uninteressiert oder gelangweilt und abwesend, wenn sie zwei gute Karten vor sich haben. Sie spielen sehr zögerlich und legen eine unsichere Spielweise an den Tag, warten zum Beispiel lange, bevor sie ihre Einsätze machen. Stimmen verändern sich auch in der Festigkeit, gerade eine kernige Ansage deute oft auf Schwäche. Eine Ansage zum Dealer besagt oft ein stärkeres Blatt als zum Gegner. "350tausend" ist schwächer als "350".

Umgang mit Chips

  • Art des Chipstapelns (tight Spieler stapleln eher ordentlich)
  • Bluffer lassen eher unbeabsichtigt Chips fallen, bemühen sich um eine ordentliche Außenwirkung und sortieren umgefallene Chipstapel
  • Werfen oder Schnippen von Chips über die Action Line ist oft ein Schwächezeichen
  • Werden Chips weit über die Action Line geschoben, ist die Hand meist schwächer als wenn sie nur ein wenig über die Linie gehen
  • Spieler die bei einem All in ihre Chips reinschieben, sind meist schwächer als die, die es nur sagen

Nervosität und Allgemeine Befindlichkeit

Zitternde Hände sind vor allem bei Spielern mit wenig Chips ein deutliches Indiz für gute Karten, da diese Spielsituation für den Spieler entscheidend sein kann.

  • auf den Tisch trommeln
  • allgemeine Laune (gute Laune kommt von guten Karten)
  • Schweißausbruch, schneller Puls an der Schlagader (daher tragen einige Spieler Kapuzenpullover)

Sonstiges

  • Gestik, Körperhaltung
  • sich kratzen
  • Atem anhalten (bei Bluffs)

Online-Tells

Auch beim Internetpoker gibt es Tells, diese haben stark mit der Schnelligkeit der Entscheidungen zu tun. Normalerweise bedeutet schnelles Callen ein Ankreuzen des Kästchens call any und deutet auf ein Draw hin. Aus der Flop Percentage kann man Rückschlüsse ziehen wie loose der Tisch ist. Da es auch hier Chatboxen gibt lassen sich aus der Redeweise Rückschlüsse wie im Live-Spiel ziehen.

Setzverhalten (betting pattern)

Das Setzverhalten des Spielers gilt als einer der wichtigsten Indizien seiner Hand überhaupt, so erhöhen einige Spieler beispielsweise nur ihre Starthand, wenn sie ein hohes Paar haben. Damit kann man bei ihnen einige Hände gleich ausschließen. Das Setzverhalten wird manchmal unter Tells aufgelistet, bildet bei manchen Autoren eine eigene Kategorie.

Normalerweise geht es um drei verschiedene Muster:

  • Erhöhungen vor dem Flop in Relation zu ihrer Position:
  • Einsätze am Flop ohne preflop-Erhöhung: Manch einer versucht beispielsweise, immer eine getroffene Hand zu repräsentieren, andere Spieler machen jedesmal bei voll getroffenem Flop ein check-raise.
  • Einsatzmuster am Flop, die an preflop-Erhöhungen anknüpfen (Standard-Continuation bet oder Abbremsen).

Timing Tells

Timing Tells nennt man Erkenntnisse aus der Zeit, die ein Spieler braucht auf seine Hand. Grundsätzlich nimmt man an, dass ein Spieler, der wenig Zeit für seine Entscheidung nutzt, eine Standardline spielt.

Literatur

Weblinks