Spielst Du schon oder donkst Du noch? → Hier entlang zur Anmeldung

Tilt

Aus Donkpedia, dem vielseitigen Pokerlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Tilt (auch „Steaming/on steam“ oder „heiß gelaufen“) bezeichnet im Poker einen gereizten, aggressiven Gemütszustand eines Spielers. Der Ausdruck stammt vom Flipperspiel, das alle Funktionen aussetzt, wenn man dagegen schlägt. Tilt führt fast immer zu schlechterem Spiel. Dauert dieser Zustand länger an, spricht man von einem verlängerten Tilt, ein besonders starker Tilt heißt Monkey Tilt.

Auslöser

1. Spielintern allgemein

Tilt wird häufig hervorgerufen durch das Verlieren mehrerer Hände hintereinander oder bereits sicher geglaubter Hände durch eine Drawing Hand, was subjektiv als "ungerecht" erlebt wird. Besonders tiltauslösend sind die sogenannten Bad Beats, der Spieler wird durch sehr viel Pech von seinem (oft ungeschickt seine Equity/Pot Odds missachtenden) Gegner geschlagen (siehe Calling Station). Auch eine sehr aggressive Spielweise der Gegner kann zum Tilt führen (Maniac).

  • Der Spieler hat einen schweren Spielfehler begangen und ärgert sich über seine Dummheit
  • Sie sind card dead oder treffen keinen Flop
  • Die Fische am Tisch werden von den guten Spielern geschröpft, aber er kommt nie in ein Heads-up gegen einen.

Gute Spieler versuchen auch mit Implied Tilt Odds den Tilt bewusst beim Gegner zu provozieren.

2.Nur online

  • Missklicks
  • Verbindungsprobleme

3. Nur live

  • Der Floorman hat eine umstrittene Entscheidung in einem Streitfall getroffen
  • Ein anderer Spieler quatscht sie voll

4. Äußere Faktoren

Neben diesen spielinternen Faktoren können aber auch andere Dinge Einfluss haben, beispielsweise ein sehr emotionaler Zustand (Wut, Angst) oder aber Schlafentzug bzw. Alkoholeinfluss.

Anzeichen und Folgen

  • Längere Phase des Verlustes beim Spielen
  • Aufsteigende Emotionalität beim Spielen
  • Kopfschütteln, Selbstgespräche
  • Sie hadern mit dem Spieler, der sie grad geschlagen hat
  • zu viel Callen
  • unkontrollierte Aggression, hohes Setzen bei geringen Erfolgschancen ohne Absicht zu bluffen
  • Verlangen nach dem Rückgewinn des verlorenen Geldes
  • Verlust der Objektivität über das eigene Spiel

Die Folgen eines Tilts sind vielfältig. Zumeist verliert ein Spieler der on Tilt ist, mehr Geld. Daraus folgt häufig eine radikale Umstellung des Spiels, beispielsweise setzt der Spieler sehr hoch, ohne Aussichten auf einen Gewinn zu haben. Hat der Spieler einen verlängerten tilt, kann es sein, dass sich diese Spielweise einschleift, so dass er sie schließlich als die korrekte Spielart betrachtet und sie als Fehlerquelle ausschließt. Neben dem Geldverlust im Spiel kommt es auch zu einer Beeinträchtigung außerhalb des Spieltisches. Aggressionen und Gereiztheit, aber auch Depressionen können die Folge sein. Häufig suchen Spieler, die on Tilt sind, dann Zuflucht am Pokertisch, um zu versuchen, das verlorene Geld wiederzugewinnen. Es kann dann zur Spielsucht kommen.

Bewältigung

Neben den spielbedingten Fluktuationen beim Poker kann es durchaus Phasen des Verlustes beim Spielen geben, besonders beim Turnierpoker. Der erste Schritt zur Bewältigung eines Tilts kann beispielsweise durch Notieren der Spielergebnisse geschehen. Hält eine Verlustphase länger an, ist es meist ratsam, eine Auszeit vom Spiel zu nehmen und die eigene Spielweise auf Fehler zu untersuchen. Auch ein Abstieg in kleinere Limits kann bei der Bewältigung helfen.

Weblinks