Spielst Du schon oder donkst Du noch? → Hier entlang zur Anmeldung

Turnier

Aus Donkpedia, dem vielseitigen Pokerlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tische und Stühle vor dem Start der WSOP 2005.

Ein Turnier ist eine Form des Pokerspiels, die dazu dient, den besten Pokerspieler aus den Teilnehmern zu ermitteln.

Definition

Turniere lassen sich in einigen Punkten von Cash Games unterscheiden.

Dazu gehört beispielsweise das Faktum, dass alle Spieler bei einem Turnier eine gewisse Summe an Nenngeld entrichten müssen und in der Folge die selbe Anzahl an Startchips erhalten. Es wird also kein Spieler bevor- oder benachteiligt.
In der weiteren Folge wird ein gewisser Betrag der Nenngelder als Gebühr abgezweigt, der Rest fließt in den Preispool ein, der später auf eine bestimmte Anzahl an Spieler aufgeteilt wird, je nachdem welche Platzierung sie erreichen.

Varianten und Begriffsklärung

Tisch beim Main Event 2006

Freezeout

Das Freezeout ist die „normale“ Turniervariante. Sollte ein Spieler im Laufe des Turniers all seine Chips verlieren, hat er keine Möglichkeit mehr, weiter aktiv am Geschehen teilzunehmen und gilt als ausgeschieden.

Ein Freezeout ist die urtümliche Variante und heute noch am häufigsten verbreitet. Sie wird in den meisten Events der World Series of Poker und in allen Turnieren der European und World Poker Tour verwendet.

Rebuy und Addon

Rebuy und Addon sind zwei Ergänzungen zu Freezeout-Events.

In gewissen Turnieren können sich Spieler bis zu einem bestimmten Zeitpunkt für den Einkaufsbetrag nachkaufen und erhalten gleich viele Chips wie der Startstack groß ist – das Rebuy. Das ist allerdings nur möglich, wenn ein Spieler keine Chips mehr hat, also eigentlich ausgeschieden wäre.

Das Addon ist eine Ergänzung zum Rebuy. Nachdem die Rebuyphase vorbei ist, kann ein Spieler noch einmal ein Rebuy tätigen – unabhängig von seinem Stack – bevor die Nachkauf-Aktionen gestoppt werden.

Shootout

Shootouts sind noch recht jung. Bei Shootouts startet eine bestimmte Anzahl an Spielern pro Tisch. Im Gegensatz zu Freezeouts gibt es keine Wechsel der Tische, denn nur der Sieger eines Tisches scheidet nicht aus.

Nachdem alle Tische auf einen Spieler reduziert wurden, treffen alle Sieger an Tischen aufeinander; auch hier kommt nur der Sieger weiter. So setzt es sich fort, bis nur noch ein Spieler übrig ist.

Diese Variante wird bei der World Series of Poker und auch im Internet gespielt.

Multi Table Tournaments

Als Multi Table Tournaments werden Turniere bezeichnet, die über mehr Teilnehmer als ein Sit and Go-Turnier verfügen und um einen zuvor festgelegten Zeitpunkt beginnen.

Sit and Gos

Sit and Gos haben vor allem über das Internet Verbreitung gefunden. Bei dieser Turnierform ist die Anzahl der Teilnehmer geringer und das Turnier startet nicht zu einem bestimmen Zeitpunkt sondern wenn sich die gewünschte Spieleranzahl eingefunden hat.

Turnierablauf

Color up in der späten Phase des Main Event 2007.

Bei größeren Liveturnieren wird das Startfeld teilweise auf zwei oder mehr Tage aufgeteilt. Das heißt, dass die eine Hälfte der Spieler am ersten Tag spielt, die andere Hälfte am zweiten. Erst am dritten Tag finden alle Spieler zusammen.

Wenn alle Spieler zusammengefunden haben, wird so lange gespielt, bis das Turnier kurz davor steht, allen Spielern Geld auszuzahlen, also ein money finish zu bescheren.

Sollten nur noch einige Spieler von dieser Marke entfernt sein, wird jede Hand parallel ausgegeben – man nennt dies Hand for Hand. Das heißt, dass so lange gewartet wird, bis auch der letzte Tisch seine Hand beendet hat, ehe eine neue Hand ausgegeben wird.

Das hat mehrere Zwecke: zum einen will damit verhindert werden, dass sich manche Spieler besonders lange Zeit nehmen, um ein Ausscheiden auf anderen Tischen zu provozieren, zum anderen fällt es so einfacher die ausgeschiedenen Spieler in der richtigen Reihenfolge zu erfassen. Zu guter letzt will man auch verhindern, dass Teilnehmer, die an schnelleren Tischen sitzen, Nachteile erfahren. Diese Vorgehensweise kommt auch bei weiteren Sprüngen beim Preisgeld zu tragen.

Ein Unterschied zwischen Turnieren über das Internet und Liveturnieren ist, dass beim Onlinepoker das Color up der Chips wegfällt.

Das Color up ist ein Vorgang, beim dem Chips, die aufgrund ihres niedrigen Werts keine Anwendung mehr finden durch wertvollere Chips ersetzt werden. Dieser Vorgang wird von Angestellten des Veranstalters ausgeführt und findet in Pausen statt.

Bei Color ups erhält ein Teilnehmer pro bestimmter Anzahl an „wertlosen“ Chips einen „wertvollen“ Chip. Dadurch kann es naturgemäß Vorkommen, dass einige unbrauchbare Chips zurückbleiben, da die Anzahl nicht reicht um sie gegen einen teureren Chips umzuwandeln.

Dieser Nachteil ist aber so gering, dass er kaum ins Gewicht fällt.

Das Blindintervall, also der Zeitraum der zwischen der Erhöhungen der Mindesteinsätze liegt, liegt bei Liveturnieren meistens bei etwa zwei Stunden. Bei Bewerben über das Internet liegt der Zweitraum sehr oft zwischen fünf und zwanzig Minuten, je nach Anbieter und Turnierart.

Auszahlung

Als Richtregel für die Anzahl der Spieler, die ins Geld kommen lässt sich zehn Prozent der Menge des Starterfelds annehmen, Rundungen nicht inbegriffen.

Bei kleineren Turnier mit bis 30 Teilnehmern steigt der prozentuale Anteil der Spieler die Preisgeld erhalten proportional an, umso weniger Spieler teilnehmen.

Große Turniere

World Series of Poker

Die größte Turnierserie ist die World Series of Poker, die seit 1970 jährlich Mitte des Jahres stattfinden. Bei diesem Megaevent werden innerhalb von weniger als zwei Monaten 50 Turniere in vielen verschiedenen Variationen ausgetragen. Das Highlight stellt dabei das Main Event dar, welches fast 10.000 Teilnehmer anlockt und dem Gewinner rund 10 Millionen Dollar bietet.

Der Gewinner eines Events erhält neben Geld ein Bracelet, das wahrscheinlich am meisten begehrte Objekt in der Pokerwelt.

Andere

  • Anfang des Jahrtausends wurde die World Poker Tour ins Leben gerufen, die rund um das Jahr verteilt etwa ein bis zwei Turniere pro Monat veranstalten. Das Saisonfinale findet im Bellagio in Las Vegas statt und hat ein Buy In von 25.000 $, womit es das größte Turnier neben dem Main Event der WSOP ist.
  • Nur kurz nach der WPT wurde die European Poker Tour gegründet, die Turniere auf europäischem Boden ausrichtet. Das Finale in Monte Carlo lockt jedes Jahr viele international bekannte Namen an und muss sich auf vor den größten US-amerikanischen Turnieren nicht verstecken.
  • In Anlehnung daran wurde die Asia Pacific Poker Tour sowie die Latin American Poker Tour gegründet, die in Lokalitäten stattfinden, wo der Pokersport noch nicht allzu weit verbreitet ist. Dennoch haben diese Turniere regelmäßige Preisgelder die auch die Milliongrenze durchbrechen können.
  • Die North American Poker Tour wurde Anfang 2010 kreiiert. Auf Grund der schwierigen rechtlichen Situation in den Vereinigten Staaten wurde sie nach zwei Staffeln abgsetzt.
  • Das größte Pokerereignis der südlichen Hemisphäre sind die Aussie Millions, die in Melbourne, Australien stattfinden.

Literatur

Siehe auch